Palme- ganz normal verrückt

1.Die Neue(Part3)

„HAU AB. GEH BRAV ZU LEO! LOS!!!!!!!“, schrie ich, wobei ich jedes Wort einzeln betone. Lotte musste immer noch kichern, brachte aber immerhin noch ein paar Worte hervor: „Lass ihn doch. Er ist eben ein Mädchenheld und Mädchenschwarm!“ „Genau. Meinetwegen darf er alle anflirten, nur meine Freundinnen sollte er in Ruhe lassen! Und jetzt hau ab!“ Benno zuckte mit den Schultern, warf Lotte noch eine Kusshand zu und verschwand dann wieder zu Leo. Zum Glück. Was Lotte aber gesagt hatte stimmt. Benno war DER Mädchenschwarm der Schule. Alle himmelten ihn an. Er war ja soooooooo süß. Wenn die wüssten was für ein A… . „… Hörst du mir überhaupt zu?“ „Was denn“, fragte ich Lotte. Sie winkte nur ab, dann gingen wir gemeinsam durch das große Eingangstor. Wir waren da, auf den Hof unserer Schule. Ich schaute mich um und sah das noch Schnee auf den Dächern lag.
Lotte und ich gingen ins Schloss. Dann zwei Treppen rauf und in den Flur nach links gehen, schon standen wir in einen der Mädchenflure. Wir steuerten auf unser Zimmer zu! „Der letzte der an der Tür ist, muss heute Tischdienst machen!“ Kaum hatte Lotte das gesagt, ließ ich meinen Koffer los und rannte zu unseren Zimmer. Lotte und ich waren gleichzeitig da und zusammen stürzten wir zur Tür hinein. Wir mussten lachen. Lotte lief noch mal zurück um meinen Koffer zu holen. Zusammen bezogen wir mein Bett neu und räumen meine Sachen ein. Zufrieden ließen wir uns dann auf mein Bett fallen und kurze Zeit später betrat Anne unser Zimmer. „Na auch schon da“, begrüßte sie uns und umarmte jeden einzeln. „He seit ihr schon den Kindern begegnet?“ „Na klar Anne! Ihr Oberaffe ist …muss mein Bruder sein!“ Anne lachte. „Kann sein. Aber Benno ist so süß!“ „Benno hat vorhin Lotte angeflirtet“, holte ich sie schnell in die Realität, bevor sie wieder von Benno zu träumen anfing. Lotte musste sich das Kichern verkneifen. Anne warf ihre blondierten Haare zurück. Sie wohnte mit in unseren Zimmer und wenn sie das nicht schon seit Anfang an getan hatte, wären wir sicher nie so gute Freundinnen geworden. Anfangs hatte ich echt was gegen sie, weil ich dachte sie wäre eine eitle Zicke oder eine hochnäsige Diva, aber zum Glück stellte sich heraus das sie es nicht war. Jetzt waren wir alle die besten Freundinnen der Welt, wobei noch Maxi fehlte. Anne war ständig verknallt. Leider waren es nicht irgendwelche Stars oder so was. Nein, sie war in irgendwelche Typen unserer Schule verknallt. Momentan war es wieder Benno. Na ja, wir hatten uns daran gewöhnt. In Anne war eigentlich auch immer einer verknallt. Meist der in den sie zu letzt war, doch dann war es ja zu spät, weil sie ja schon in den nächsten war. Anne war dünn und zählte immer Kalorien. Das war richtig nervig und manchmal mussten wir sie zum Essen zwingen. Wenn sie so weiter machen würde wie jetzt, würde sie bald durchsichtig sein.
„Also wollen wir Mittag essen oder ist Madame wieder auf Diät?“, fragte ich. Anne lächelte böse. „Komm Lotte die Fette Kuh lassen wir ihre Diät machen!“, meinte sie und zog Lotte mit. Für einen Augenblick ließen sie mich allein im Zimmer stehen, aber dann steckte Anne ihren Kopf noch mal durch die Tür und sagte: „Komm Paula sonst essen Lotte und ich alles ohne dich!“ Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und schon henkelte ich mich ein, aber erst nach dem ich die Tür zugeschlossen hatte.
Gerade als wir im Erdgeschoss waren und die anderen zwei schon durch die Tür hinaus auf den Hof wollten, hielt ich sie an. „Wartet. Seht mal auf die Terrasse, wer dort sitzt. Wollen wir meinen Bruder und seine Kumpels nicht mal besuchen. Schließlich ist jetzt außer Leo auch noch Elias da“ sagte ich. Lotte und Anne nickten. Dann gingen wir durch eine Tür auf die Terrasse. Im Erdgeschoss gab es nämlich fünf Türen. Eine Tür führte zum Hof, die zweite in einen Flur, wo es zu den „Besucher- Toiletten“ ging. Wenn man durch die dritte ging(die der zweiten direkt gegenüber lag), kam man in einen großen Raum. Es war einer der Räume der Schüler. Hier gab es bequeme Stühle, Sessel und Sofas sowie Tische. Dann konnte man hier zwei Getränkeautomaten und drei Snackautomaten finden. Wenn man dann an der Wand weiter, schaute gab es mehre Schränke, indem man zum Beispiel Spiele finden konnte. Sogar einen Fernseher konnte man hier entdecken. Leider war der immer besetzt von den selbstverliebten Neuntklässlern. Wobei Schade konnte man das auch nicht finden, schließlich konnten wir so nicht in Versuchung kommen unsere wertvolle Freizeit damit zu verschwenden uns irgendwelchen Schrott anzuschauen.
Die vierte und fünfte Tür waren gleich neben der Treppe. Die rechts führte in den Keller und die links auf die Terrasse. Unsere Terrasse war nicht so eine hässliche betonierte Terrasse, sondern eine Terrasse, die mit Grass bewachsen war. Und das war Absicht. So war es viel praktischer, wenn man sich im Sommer mit seiner Decke darauf legte, um die warmen Sonnenstrahlen zu genießen. Außerdem befanden sich in der Schlossmauer kleine Nischen, wo man Sachen abstellen konnte. Normal konnten alle sie benutzen bis auf eine. In der Nische hatte der Hausmeister sein Pflege- und Putzzeug für die Terrasse verstaut. Meist war sie verschlossen, weil sich darin auch ein Wasserhahn befand mit dem sich Schüler gerne Streiche spielten. Heute allerdings war die Nische nicht verschlossen und so waren wir die Schüler, die jemanden ein klein bisschen nass machen wollten.
Kaum betraten wir die Terrasse schon hatte einer von Bennos Kumpels wieder einen dummen Spruch auf den Lippen. „Na ihr Weiber. Neusten Schminkkram besprochen“, rief Leo uns entgegen, „Habt ihr euch auch brav die Haare zu recht gemacht?“ Leo musste lachen. Das er dabei der einzige war, war ihn wahrscheinlich egal. Keiner von uns antwortete etwas auf Leos dumme Sprüche. Ich sah zu den anderen beiden. Anne probierte gelassen zu bleiben und sich nicht anmerken zu lassen, das sie mal wieder in Benno verschossen war. Das konnte sie gut. Bei ihr merkte man es wirklich nicht, wenn sie was von jemanden wollte. Lotte dagegen sah mit Entsetzten zu Benno, Elias und Leo. Natürlich war sie mal wieder besorgt um diese Toilettentieftaucher. Toilettentieftaucher gefällt mir, es war ein richtig passender Name für Benno und sein Gefolge.
„Kommt von der Mauer runter! Wenn ihr da runterfallt dann.… seht ihr nicht wie tief das noch runter geht“, meinte Lotte besorgt. „Ach wäre doch nicht schlimm“, beruhigte ich Lotte, „Ein paar Idioten auf der Welt weniger würden nicht schaden.“ Leo lehnte an der Mauer und neben ihm saßen auf der Mauer Benno und Elias. Während Leo sich noch auslachte, sprangen sie von der Mauer. Benno kam auf mich zu und machte erst ein paar Zentimeter vor meiner Nase halt. Er schaute mich prüfend an und sagte dann zu seinen Kumpels: „Die sind unbewaffnet. Kein Streich also keine Gefahr.“ Benno grinste und ging dann mit Elias wieder zu Leo. Ich schubste Anne an und nicke in Richtung Wasserhahn an dem ein Wasserschlauch hing. Anne nickte als Zeichen, das sie es verstanden hatte. Langsam und unauffällig ging sie rückwärts dahin. Dann mit einen Mal ging alles ganz schnell. Sie drehte sich um und den Wasserhahn auf. Lotte und ich nahmen den Wasserschlauch und spritzten diese TTTs mit Wasser voll. Als die drei pudelnass waren und wir den Hausmeister von hinten kommen hörten, gaben wir Anne ein Zeichen das sie den Wasserhahn wieder zu drehen sollte. Dann rannten wir los. Nicht auf den Hof um dann zur Cafeteria essen zu gehen, sondern in die Mädchentoilette. Dort konnte Benno nicht rein. Zumindest glaubten wir das, denn als wir uns hechelnd an die Tür lehnen, klopfte es von außen. „Ihr dummen Nudeln. Das gibt Rache. Macht die Tür auf, bevor wir sie aufbrechen“, rief Benno. Es folgte kichern und wir wussten, das außer ihm noch mindestens Leo da sein würde. "Das kannst du aber knicken Benno", antwortete ich. Eigentlich war ich mir sicher, das Benno es nicht wagen würde in die Mädchentoilette zu kommen, aber da hatte ich mich wohl geirrt. Denn er und seine Kumpels (ich nahm an das sie Elias sicher nicht allein irgendwo stehen gelassen haben- und diese Vermutung erwies sich noch als richtig) warfen sich gegen die Tür. Wir taten das gleiche auf der anderen Seite. Es wäre wahrscheinlich ewig so weiter gegangen, hatte sich in diesen Moment nicht eine der Kabinentüren geöffnet und Mia, unsere Erzieherin, wäre heraus gekommen. Sie sah uns nur an und vernahm die Geräusche der Anstrengungen der Jungs von der anderen Seite und schon wusste sie was anlag. Sie schüttelte ihren Kopf und wusch sich die Hände, bevor das Machtwort fiel. Sie gab uns ein Handzeichen das wir von der Tür weggehen sollten. Wir befolgten es und keine zwei Sekunden später gab die Tür nach und Benno, Leo sowie Elias fielen herein. Sie schauten Mia an und versuchten ihr Unschuldslächeln aufzusetzen, aber dafür war es schon zu spät. „Raus. Geht ab auf den Hof und wartet da auf mich. Das setzt Strafarbeit! Dali!“ Mit Ende dieser Worte rappelten sie sich auf und rannten den Flur entlang um ja ganz schnell auf den Hof zu sein. Dann wandte sie sich an uns: „Mädchen, welchen Grund hatten die Heeren denn so einfach in das Mädchenklo zu stürzen?“ „Wir haben uns für etwas gerächt“, antwortete ich prompt. „Und für was? Wartet ich will es lieber doch nicht wissen. Wenn ich es weiß, dann würde ich mich nur selbst stressen und dann würde ich Falten mit Ende zwanzig kriegen und meine schönen Haare würden sich vor meinen achtundzwanzigstens Geburtstag noch grau färben. Dann würde ich äußerlich nicht mehr jung wirken und mich schrecklich darüber aufregen und euch den ganzen Tag die Hölle heiß machen. Würdet ihr das wollen?“ Anne und ich verkniffen uns das Lachen. Lotte übernahm die Antwort: „Es würde uns dann schrecklich Leid tun. Und das wir die Jungs so doll geärgert haben, tut uns auch echt Leid.“ Dann setzte Lotte ihre Uns- tut- das- wirklich- sehr- Leid- Mine auf. Mia lächelte: „Ich weiß, aber ich möchte jetzt die Jungs bestrafen und deswegen muss ich euch auch ein bisschen bestrafen. Schließlich habt ihr etwas angestellt für was ich euch früher oder später sowieso bestrafen müsste. Da kommt mir doch eine Idee. Ihr könntet hier mal den Flur wischen und den Fußboden der Mädchentoilette.“ Mia lächelte uns noch mal alle an und dann ging sie, um die Jungs zu bestrafen. „Puh, ein glück gehabt. Das hätte uns schlimmer treffen können. Ein glück das Mia, die große Schwester von Maxi ist“, meinte Anne. Wir grinsten. Nur mal den Flur wischen ist nun wirklich keine Bestrafung. „Für was war das die Rache Aktion?“, fragte Lotte. „Benno hat mir heute morgen einen Eimer Wasser über mich gekippt!“ Dann wollte ich Anne und Lotte erzählen was sonst noch so für Gemeinheiten zwischen mir und Benno in den Ferien abgingen, doch ich schaute in den Flur und wollte Luft holen, als ich erstarrte. „Mädels ich hab noch was vergessen“, sagte Mia. Hatte sie sich eine härtere Strafe ausgedacht?

28.6.08 13:27, kommentieren

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1.Die Neue(Part2)

Unsere Schule war eben anders. Ein Internat, der besonderen Klasse. Es befand sich in einen Schloss auf einen abgegrenzten Dorf. Die nächstgrößere Stadt war ca. 20 Kilometer entfernt. Aber das war nicht alles was unser Schlossinternat so besonders machte. Es war die perfekte Lage: Auf der Seite, wo der Eingang des Geländes war, befand sich eine Straße, die den Berg hinunter ging um dort in einen Feldweg zu münden. Neben der Straße war ein großer Wald. Auf der anderen Seite des Schloss ging es sehr Steil den Abhang runter. Aber genau von der Seite hatte man bei sehr guten Wetter eine Kilometerweite Aussicht. Außerdem gehörte zu den Schlossgelände ein großer Hof, der von Gebäuden umzingelt war. Dort wo früher die Häuser der Bediensteten waren, war heute unsere Schule, zumindest der Teil in dem unterrichtet wird. Geschlafen wurde im Schloss. Weil unserer Schule großes Interesse zugewendet wurde, wurde aber der erst kürzlich renovierte Teil der ehemaligen Bedienstetenhäuser, auch zu Privatenzimmern gemacht. Von dort hatte man auch eine gute Aussicht, aber es fehlte eben das Schlossfeeling.
Außerdem genannten gehörte zu unser Schule auch noch ein Park. Kein normaler langweiliger Park, wo nur Grass wuchs, sonder eher ein Wald. Aber schließlich endete der Park auch in einen Wald, da war so was nur logisch. Der Park war ca. einen Kilometer lang. Auf der einen Seite war das Geländer, schließlich befand sich der Park am Abhang und auf der anderen Seite war eine Felswand. Meine Freundinnen und ich hielten uns oft dort auf, schließlich gab es da so vieles zu betrachten: die Lavendelaussicht und die Bärenhöhle und der Sandhügel und der Schlangenbaum und die Kletterfelswand und...
„Paula, wir sind da! Aufstehen! Oder willst du nicht in die Schule“, rief mein Dad mich aus meinen Gedanken zurück. „Quatsch. Du weißt doch ich liebe diese Schule“, antwortete ich mit einen Lächeln. Dann stieg ich aus. Ich sah den Berg hinab auf das Schloss. Vom Fußweg her, kamen eine Gruppe von Schülern. Ich erkannte einen von Bennos Gefolgsleuten: Leo L!!!
Leo gehörte mit zu der „Gang“ meines Bruders und hieß eigentlich Leonhard, doch er möchte den Namen nicht, auch wenn er perfekt zu ihn passte. Deshalb nannten ihn alle Leo. Leonhard heißt soviel wie Stark, anmutig und Löwe. Passte wie der Nagel auf den Kopf! Leo war einbisschen pummelig, aber Löwenstark. Er liebte am meisten sich selbst und das um was ich ihn beneidete war, das er sich so annehmen konnte wie er war. Das er pummelig wirkte, war ihn total egal. Er liebte sich eben und deshalb war er auch ganz schön eitel. Seine kurzen blonden Haare waren immer und überall gegellt!
Ich drehte mich um. Gustav hatte freundlicherweise mein Gepäck schon ausgeladen. Ich bedankte mich bei ihm, um es danach zu nehmen. Im Gegensatz zu meinen Bruder hatte ich nicht viel zu schleppen. Lediglich meinen Koffer und meine Schultasche. Benno dagegen schleppte vier Koffer und zwei Rucksäcke mit. Das hatte natürlich seinen Vorteil, nämlich das einer seiner Kumpels immer auf ihn wartete um ihm beim Gepäck zu helfen. Es war ja nicht so, das mir mein Koffer und meine Schultasche zu schwer wären, aber es wäre schön, wenn ich auch ein Begrüßungskommando haben würde. Weil es in diesen Moment wieder so aussah, das ich allein im Schloss eintrudeln würde, nahm ich mein Gepäck um los zugehen während Benno mit Leo flüsterte.
„Schatz, willst du mir nicht Aufwiedersehen sagen“, fragte mein Dad. Ich lächelte und ließ mein Gepäck fallen, um ihn zu umarmen. „Tschüß Paula. Hab viel Spaß. Vielleicht sehen wir uns schon nächsten Monat, du weißt ja, das wir euch nicht jedes Wochenende holen können. Ach und Benno sieht gerade so beschäftig aus. Hier sein Handy, es ist ihm vorhin runter gefallen. Gib es ihm, ja? Bis später dann.“ Nachdem er das gesagt hatte, stieg er in sein Auto und fuhr los. Benno und Gustav hatten ihn schon beim Gepäckausladen verabschiedet. Gustav war mittlerweile schon losgegangen. Deswegen musste ich nur zu Benno schauen, ob er das mit seinen Handy mitgekriegt hatte. Doch so wie es aussah, war er viel zu vertieft in das Gespräch zwischen ihn und Leo. Das war gut, schließlich konnte ich so mit meinen Freundinnen ganz in Ruhe herausfinden was es mit der ganzen Stinkbomben- an- die- Macht- Verarsche auf sich hatte.
Ich stand nun am Anfang des Schlossberges und nahm wieder mein Gepäck. Gerade als ich meinen ersten Schritt Richtung Internat machen wollte, hielt mir jemand die Augen zu. Es dauerte bis folgende Worte zu hören waren: „Kann ich dir helfen?“ Diese Stimme kannte ich. Es war die Stimme von Lotte. Ich drehte mich um und nahm sie in den Arm: „Hallo meine. Na schöne Winterferien gehabt?“ Lotte nickte. „Wunderbare Ferien. Wir waren in der Schweiz Ski fahren wie jedes Jahr und dann besuchten uns meine Großeltern und natürlich haben sich alle über mein tolles Zeugnis gefreut! Ok über die schriftliche Einschätzung nicht unbedingt. Mein Dad meinte: `Lotte! Nimm die Schule ernster und höre auf so viele Scherze mit deinen Freundinnen anderen zu spielen und nimm mehr am Unterricht teil`“ „Das kann ich mir vorstellen. Meine Eltern waren auch nicht so begeistert davon, das meine schriftliche Beurteilung nicht unbedingt nur positiv war. Aber deinen Eltern hattest du wenigstens noch gute Noten vor zu weisen. Ich bin mal wieder nur durchschnitt. Aber immerhin hab ich nicht so schlechte Noten wie Benno. Und im Urlaub hat der mal wieder ein Mädchen nach den anderen angeflirtet. Der geht mir so auf die nerven und dann hatte er es doch noch geschafft mir zu unterstellen, dass ich sein bescheuertes Handy geklaut hätte. So ein Idiot.“ Lotte musste kichern. Das tat sie öfters, besonders wenn ich mich über Benno aufregte. Und wenn man mal vom Teufel spricht, erscheint er gleich. Auf einmal lief nämlich Benno neben Lotte. Kaum lief er da auch schon, schon öffnete er seinen Mund: „Oh heute sind die schönsten Mädchen mal wieder zu erst da! Je früher desto schöner. Lotte hat dir eigentlich schon mal jemand gesagt wie toll deine dunkelblonden Haare aussehen und das du bestimmt Modelmasse hast. Obwohl du mit deinen 1,60meter als Model bestimmt noch zu klein wärst. Aber trotzdem hättest du in meinen Herzen immer platz. Denn die Größe spielt keine Rolle.“ Lotte musste jetzt noch mehr kichern. Ich verdrehte die Augen und murmelte: „Ha, Ha wie witzig.“ Immer dieses Geschleim von Benno. Fast jeden Mädchen schaute er hinterher und machte ihnen Komplimente. Alle fielen darauf rein. Sogar eine meiner Freundinnen war ihm verfallen. Anne meinte ständig so was wie: „Ist er nicht voll süß?“ Das einzige was gut war an dem was er gerade gesagt hatte, war das er Lotte richtig gut beschrieben hatte. Lotte war so eine Art von Mädchen, die Freundinnen nie im Stich lassen würde. Wenn man sie sah, dachte man sie wäre total brav, doch genau das war ihr Vorteil. Sie setzte ihre Unschuldmine auf und alle verzeihten ihr. In ihren Kopf brodelte allerdings schon unser nächster Streich. Lotte war eben einmalig und deswegen war ich stolz drauf sie als Freundin zu haben.

28.6.08 13:27, kommentieren

1. Die Neue(Part1)

Grrrrrrrr!!! Ich drehte mich um. Grrrrrrrr!!! Ich zog meine warme Decke über den Kopf. Grrrrrrrr!!! Ich hielt mir die Ohren zu. Grrrrrrrr!!! Ein etwas von meinen Zwillingsbruder betrat mein Zimmer. Ich nahm den klingelten Wecker und warf ihn. „Raus“, rief ich zu Benno. Es reichte doch, das mein Wecker schon so früh klingelte, musste jetzt auch noch mein Bruder trotz des Verbotes nerven? Ich hatte nämlich extra für ihn ein Schild an meiner Tür an gebracht: Für Menschen bei den das Gehirn- soweit vorhanden- öfters ausfällt und/oder kleiner als 2cm ist, ist der Eintritt strengstens verboten!!! Doch Benno betrat mein Zimmer trotzdem! So was nennt man auch Papier- und Bleistiftverschwendung. Dazu kommt noch die Verschwendung von Klebeband, Fasermaler und Nagellackentferner, um das Klebzeug wieder von der Tür abzubekommen (was leider gescheitert ist). Wenn man das dann zusammenfassen würde, wäre es: Die Abrodung unschuldiger Wälder und verschwendete Arbeit der Maschinen und Arbeitskräfte. (aber das kann Benno alles selbst bezahlen)
Aber zurück zum Thema: Sein sonst so blasses Gesicht war röter als seine Haare. Seine Haare sind Fuchsrot. Meine sind Kupferrot. Ich zog mir also die Decke noch weiter über den Kopf, doch Benno war schneller und zerrte sie mir weg. „Wo ist mein Handy??“, fragte er und seine Stimme bebte vor Wut. Ich setzte mich hin und erwidere: „Ich habe das Schrottteil nicht. Verschwinde!“ „Gib es her, bevor du es bereust!“ Ich seufzte und wusste das wenn ich es ihn noch mal erklären würde, er es trotzdem nicht verstehen könnte. Doch den Versuch wagte ich noch mal. „Benno: ICH habe dein Handy NICHT.“ Benno bewegte sich kein Stück. Manchmal rafft er wirklich nichts. Deswegen warf ich mein Kissen nach ihn und tatsächlich er verschwand. Ich stand auf um das Kissen sowie den Wecker aufzuheben. Es war gerade mal halb sieben und die Müdigkeit steckte noch in mir. Ich fragte mich wieso ich gestern so wild darauf gewesen war heute so früh aufzustehen. Während ich mich in mein Bett legte und noch überlegte, gewann die Müdigkeit überhand und meine Augen schlossen sich. Das letzte was ich noch dachte war, dass es nicht mehr lange dauern würde ehe ich meine besten Freundinnen wieder sehen könnte...
Mein nächstes Erwachen war weniger friedlich. Ich wachte von einen Moment in den anderen auf und zwar, weil jemand mir eine Ladung Wasser über den Kopf gekippt hatte. Dieser jemand –wer sollte es sonst sein? – war Benno. „Spinnst du? Mein ganzes Bett…“, ich verstummte. Ich bemerkte das er mich aus meinen Bett gezogen haben musste und ich auf dem Boden lag. Vielleicht war ich ja auch im Schlaf vom Bett gefallen. Auf jeden Fall lag ich nicht mehr in meinen Bett sondern auf den kalten Fußboden in mitten einer Wasserpfütze und durchnässten Klamotten sowie nassen Haaren. Benno grinste und verschwand nach dem er mir versprochen hatte das es erst der Anfang war, wenn ich ihn nicht sein Handy zurück geben würde. Als er endlich mein Zimmer verlassen hatte, bewegte ich mich. Die nassen Sachen klebten an meiner Haut. Ich erhebte mich und ging aus meinen Zimmer Richtung Küche. Das alles ging ziemlich langsam, weil ich immer noch nicht richtig wach war. In der Küche ging ich dann zu erst zum Kühlschrank und holte mir Milch raus und trank – was meine Eltern nicht leiden konnten- gleich aus der Verpackung. Meiner Mutter, die sich momentan auch noch in der Küche befand, gefiel das natürlich nicht und deswegen sagte sie: „Paula, mein Liebling, hab doch einbisschen Anstand. Ich bitte dich. Heutzutage achtet man wieder auf solche Dinge. Was sollen denn meine Patienten von mir denken, wenn meine eigene Tochter noch nicht mal einbisschen Anstand haben kann?“ Sie schaute mich freundlich an. Natürlich wollte sie mir mit solchen Ratschlägen immer nur helfen, doch Eltern leben immer in anderen Welten als ihre Kinder und deswegen war ihr Ratschlag momentan nutzlos.
Ich murmelte eine Entschuldigung vor mich hin und wollte die Küche verlassen. Doch in der Tür wendete ich mich um. Mom drehte mir gerade den Rücken zu und so konnte sie auch nicht sehen das Benno mir Grimassen zog. Ich streckte ihm meine Zunge raus. Dann machte ich mich auf dem Weg ins Bad. Dort musste ich mich erst mal im Spiegel betrachten. Irgendwie kam mir das Mädchen was vom Spiegel zurück blickte nicht sehr fröhlich vor. Ich zog mir eine Grimasse. Worauf ich ein Lächeln auf meinen Gesicht erkennen konnte. Langsam wurde ich wach und fragte mich, was ich nur getan hatte, dass ich mit so einem Vorgartenzwerg wie Benno bestraft worden bin. Nach einer Weile fing ich mein Gesicht zu waschen und mir die Haare trocken zu föhn. „Beeil dich, ich muss noch mal ins Bad“, rief Benno von der Tür her. Ich machte den Föhn aus und erstarrte. Ich hörte ein leises, mir wohlbekanntes Geräusch aus den Wäschekorb kommen. Es war der Vibrationsarlam von Bennos Handy. Ich ging auf den Wäschekorb zu und öffnete ihn und sah das sich eine von Bennos Hosen drinnen befand. Neugierig wie ich war, schaute ich natürlich nach. Es war sein verschollenes Handy, das gerade eine SMS gekriegt hatte. Bevor ich sie las, konnte ich mir schon denken das sie von Bennos besten Freund Elias kam. Elias ist ganz nett abgesehen von der Tatsache das er mit Benno befreundet ist! Er ist schlank, mittelgroß und hat bräunliche glatte Haare, mittelmäßig lang. Manchmal sah es schon ulkig, aus wenn er seine Haare hin und her schüttelte, doch wenn man schon drei Jahre in eine Klasse ging, hatte man sich daran gewöhnt.
Ich setzte mich an den Rand der Badewanne und öffnete die Sms um zu lesen was drinnen stand. „Leo hat die Stinkbomben. Noch mal zu unseren Plan: Wir werfen sie im Mädchenflur, dann müssen wir alles säubern. Danach müssen wir mit Schlüssel deiner Schwester an ihr Tagebuch kommen, um zu erfahren ob es stimmt. Ich muss es wissen. Klaust du den Schlüssel? ssz“ Die Sms weckte mein Interesse. Es war schließlich sehr spannend zu wissen was mein Bruder so vor hatte. Besonders dann wenn sie an mein Tagebuch wollten. Im ersten Moment war ich echt sauer, aber dann fragte ich mich wie sie an mein Tagebuch kommen wollten. Denn irgendwie musste mein Bruder unter einen Gedächtnisverlust leiden: Ich besaß nämlich gar kein Tagebuch. Aber Bennos Plan brachte mich auf eine Idee, die ich nachher gleich umsetzen wollte. Was mich außerdem beschäftigte war wie sie darauf gekommen waren. Das mit der Stinkbombe und an den Schlüssel kommen, verstand ich ja, aber woher hatten sie die Idee? So viel Gehirnmasse hatten sie doch gar nicht. Trotzdem musste ich es nachher in der Schule meinen Freundinnen erzählen. Elias SMS schickte ich an mich und löschte sie von Bennos Handy. Schließlich wäre es ja zu einfach, wenn Bennos Plan so reibungslos verlaufen könnte. In dem Moment klopfte es an der Tür und Benno meinte ich solle mich beeilen. Vor Schreck ließ ich sein Handy fallen. Ich nahm es wieder in meine Hand. Einen Moment überlegte ich ob ich es Benno geben solle, doch dann wurde mir klar, das er es mir nicht glauben würde, das ich gerade gefunden hatte und ich mir damit nur einige sinnlose Diskussionen antunen müsste. Darum entschied ich mich sein Handy wieder in seine Hosentasche zu legen. Als Benno mich dann zum fünfzehnten Mal verfluchte, öffnete ich die Tür und verließ das Badezimmer. Benno eilte rein und ich klingelte mit Unterdrückter Nummer sein Handy an als ich weit genug vom Badezimmer entfernt war. Ich grinste und in diesen Augenblick kam mein anderer Bruder vorbei. Er hieß Gustav und war vollkommen in Ordnung. Er ging in die elfte Klasse und mochte seine kleine Schwester(michJ). Was er allerdings sinnlos fand, waren die Streiterein zwischen Benno und mir.
„Soll ich dir helfen dein Gepäck runter zum Auto zu bringen, Schwester“, fragte er freundlich. Gustav ließ ziemlich keine Gelegenheit aus mich Schwester zu nennen, wobei er mich oft mal damit blamierte.
„Geht schon. Ich glaube das du eher Benno helfen müsstest. Der schleppt doch wieder sein ganzes Zimmer mit“, antwortete ich. Gustav lächelte und dann fuhr er mir durch meine Haare. „Er ist sauer auf dich Schwester, oder? Und das zu recht, sonst hättest du meine Hilfe nicht so einfach an ihn weitergegeben.“ Verlegen schaute ich weg. Ein bisschen Recht hatte er ja. Wahrscheinlich lief deswegen mein Gesicht Rot an. Ich musste etwas antworten, sonst glaubte er noch ICH hätte etwas ausgefressen. „Quatsch. Benno sucht sein Handy und beschuldigt mich es zu haben. Das...“ „... Ich weiß sogar, dass du es hattest“, unterbrach mich plötzlich Benno. Ich schüttelte meinen Kopf. Von wo kam der denn her? „Ich hab es im Bad gefunden, nachdem du drinnen warst“, fuhr Benno fort, „Ist doch total klar: DU hattest ein schlechtes Gewissen und deswegen hast du es so hingelegt das ich es finde und...“ Gustav stoppte Bennos Gerede. „Ist egal wer es hatte. Sei froh es wieder zu haben. Los lasst uns nach unten gehen. Ferien sind zwar total schön, aber ich hab Bock meine Kumpels wieder zusehen.“ Mit diesen Worten trennten wir uns.
Nach einer wirklich schrecklich langweiligen Autofahrt waren wir endlich da. Oder zumindest fast. Keiner meiner Eltern oder der Eltern meiner Freundinnen fuhr je auf den Hof unserer Schule, weil man um dort hinzugelangen bergabwärts über ein Holpersteinpflaster fahren musste. Mein Vater beschwerte sich jedes Mal wenn er uns dort rausließ darüber, aber gerade das gefiel mir.

28.6.08 13:27, kommentieren