2. Maxis Problem(Part4)

Anne und ich nahmen Maxis Zeug und folgten Lotte und der am Boden zerstörten Maxi. Wir hielten erst an, als wir vor unserem Zimmer standen. Von innen hörten wir Maxi weinen. Wir standen eine Weile davor und wussten nicht, ob wir hinein gehen oder davor warten sollten. Anne und ich schauten uns kurz an, doch dann entschlossen wir uns die Tür zu öffnen und Maxi zu trösten. Wir sahen auf meinen gemütlichen Bett eine weinende Maxi kauern. Lotte saß neben ihr und hatte sie im Arm und sprach mit tröstenden Worten auf sie ein. "...Sie können noch nicht mal aufhören sich zu streiten, wenn noch andere da sind", meinte Maxi. Sie wollte sich damit entschuldigen, doch es war ja nicht ihre Schuld. „Wollen wir ein bisschen spazieren gehen? Die frische Luft würde dir bestimmt gut tun“, sagte ich. Dann gingen wir zusammen in den Park.
Wir liefen 2 Stunden ununterbrochen im Park umher, bis sich Maxi endlich beruhigte. Zum Schluss fing sie sogar an Witze zu reisen und zwar über ihre Eltern. Wir liefen wieder durch das alte Eisentor auf den Hof zurück. Dort wurden wir gleich von den TTTs empfangen. „Ist das jetzt der neuste Schrei mit roten Augen rum zu laufen“, begrüßte uns Benno. Wir schauten zu Max. Da sein Gesicht nicht mehr rot war, konnte man immer noch die Lippestiftnachricht erkennen. Wir grinsten. „Seit wann ist es denn modern mit roten Gesichtern rum zu laufen, Max“, meinte Anne. Max tat so, als hätte er es nicht gehört. „Wo ist denn deine neue Flamme“, fragte ich Benno. Ena sollte Maxi nicht so sehen. „Ena? Die ist nicht meine neue Flamme. Außerdem wohnt sie in euren Zimmer und nicht in unserem“, entgegnete Benno. Einen Moment lang sah er so aus als würde er eine Gemeinheit von sich geben, doch dann veränderte sich sein Gesichtsausdruck und er sagte nur: „Aber sicher wollt ihr zu ihr, dann lassen wir euch jetzt mal allein.“ Hatte Benno wirklich gerade die Chance vertan mich zu beleidigen? Wer war dieses Wesen das vor mir stand? Auf jeden Fall konnte es nicht mein Benno sein. „Wer bist du? Und wo ist mein Bruder? Was habt ihr diesen Vorgartenzwerg angetan“, fragte ich entsetzt. „Nichts. Paula, ich hab dir doch vorhin eine Nachricht zu kommen lassen. Verstehst du nicht, wir werden unsere Streitigkeiten vergessen und alles wird Friedefreudeeierkuchen sein“, sagte Benno. Ich sah, das es ihn eine Menge kostete diese Worte mit einem Lächeln hervor zu bringen. „Nein, ich verstehe nichts“, meinte ich darauf. „Was haben eigentlich Gustav und Tom miteinander zu tun, Max“, fragte Anne. Max grinste: „Immer noch in meinen Bruder verschossen?“ Anne wurde verlegen. Ich sah zu Benno, der auf einmal, Anne großes Interesse zu wandte. „Quatsch“, meinte diese schließlich. „Dann brauch ich dir die Frage ja auch nicht zu beantworten, oder?“ Eine Weile waren wir stumm. Dann war Max, der erste der wieder etwas sagte: „Ich muss dann mal los. Hab noch eine Verabredung, wenn ihr versteht was ich meine!“ Max ging. Ich sah ihm nach und musste feststellen, das seine Hose immer noch da hing, wo sie vorher schon war. Das einzigste was sich verändert hatte war sein T-Shirt. Er musste sich eins von seinen Stiefbruder geliehen haben. „Wo will denn Max hin“, fragte Anne. Benno sah auf den Boden und Leo fand die uralten Pappeln plötzlich interessant. Elias war der Einzige der antworten wollte: „Der geht zu... Ena.“ Die anderen sahen sich fragend an. „Zu Ena“, fragte Anne jetzt noch interessierter, „Was hat es denn mit den Beiden auf sich?“ „Sie sind nur befreundet. Im Gegensatz zu euch, kümmert er sich um sie.“ Ich spürte die Blicke der anderen im Rücken. „Sie wollte nicht mit zu Maxi“, verteidigte ich mich. Maxi atmete tief ein um mir eine Standpauke zu halten, doch Lotte unterbrach sie: „Ist jetzt auch egal.“ Benno sah uns noch eine Weile prüfend an, bevor er sagte: „Seit nett zu Ena.“ „Bist du etwa in...“, stieß Anne plötzlich aus. Benno schmunzelte und sprach: „Eifersüchtig? Keine Sorge in meinen Herzen ist für viele Mädchen platz.“ Einen Moment sah es so aus als ob Anne Benno eine scheuern würde, doch stattdessen lief sie ins Internat. „Idiot“, sagte Lotte und rannte ihr hinterher. „Du selbstverliebter Macho“, meinte Maxi und folgte den Beiden. Ich sah Benno an. „Ich wünschte ich könnte sauer auf dich sein. Aber irgendwie bin ich dir dankbar, dass du das gesagt hast. Trotzdem bist und bleibst du ein Warzenschwein.“ „Das wollte ich nicht, wirklich“, probierte Benno es mir zu erklären. „Erzähl es deinen Faden“, erwiderte ich darauf. Dann lief ich zu den anderen die sicher in unserem Zimmer schon warteten, das ich auch kam. Wenn ich dann oben bin, sollte ich bestimmt ein paar tröstende Worte über das TTT- Verhalten sagen.
Ich atmete tief ein und rechnete mit Allem: eine taschentuchverschlingende Anne, eine trostzuspendende Lotte und eine auf Benno schimpfende Maxi. Doch was ich erblickte verschlug mir die Sprache. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich sah Ena und Max. Ich wusste es doch, das sobald sie da war, nur Mist passieren würde. Eigentlich war das betreten dieses Zimmers für die TTTs strengstens verboten, doch kaum war Ena da schon hüpfte einer von ihnen hier rum. „Raus aus meinen Zimmer“, schrie ich. Was machten die jetzt in dem Zimmer? „Es ist nicht nur dein Zimmer“, erinnerte mich Max. „Hast du Anne und so gesehen“, fragte ich Ena und probierte Max zu ignorieren. „Nein. Wir sind gleich weg. Ich hab nur noch mein Bett zu Ende bezogen.“ Max schaute mich an um zu wissen wie ich reagiere. Ich nahm mir fest vor, das ich es ihm nicht gönnen wollte, das er mich noch zum Wutausbruch bringen würde. Damit das auch klappte, musste ich erst mal von ihm wegschauen. Deswegen guckte ich zu Ena, die noch ihre Bettdecke glatt strich. „Lass uns Abendessen gehen“, meinte Ena. Darauf verschwand sie mit Max. Ich stand nun allein da und schaute immer noch auf Enas Bett. Einst war es Maxis Besucherbett und deswegen war es auch gleich neben meinen. Doch in diesen Moment wollte ich nur das es weit, weit weg von meinen Bett stehen würde.
Von draußen hörte ich lachen. Dann öffnete sich die Tür und die anderen betraten lachend das Zimmer. „Ich dachte, du wärst traurig wegen Benno.“ Anne grinste und erklärte: „Soßenquark. Aber mein Auftritt war Theaterreif. Die haben es mir sogar abgenommen. Und ich glaube, wenn ich das jetzt noch so weiter mache, wird mir Benno bald aus der Hand fressen.“ Ich schluckte mir ein böses Kommentar herunter. Dann gingen wir essen.
Wir aßen gerade Abendbrot oder zumindest aßen die anderen. Ich hatte nämlich keinen Hunger. Irgendwas lag mir auf dem Magen, was mir das Essen verdarb. Ich hörte noch nicht mal zu über was sich die anderen unterhielten. Sicher hätte ich eine Ewigkeit so da gesessen, wenn mich nicht jemand aus den Gedanken geholt hätte. Maxi sprach mich an: „Schau mal wer da sitzt und wer nicht.“ Sie zeigte auf einen Tisch ganz in der Ecke des Speisesaals. An diesen Tisch saßen zwar Bennos Bande, doch einer fehlte: Max. Ich schaute die anderen fragend an. „Und dort der Rest“, beantwortete Anne meine Frage indem sie auf einen anderen Tisch zeigte, der nicht weit von Gustav entfernt war. An dem Tisch saßen Max und Ena, aber noch eine dritte Person. „Tom“, flüsterte ich entsetzt. „Ja. Jetzt frage ich dich was Tom mit Max zu schaffen hat. Ok sie sind Stiefgeschwister. Doch sonst essen sie auch nicht zusammen. Was also machen die da? Und wieso hockt Tom neuerdings mit Gustav rum“, erzählte Lotte. Ich wusste auch keine Antwort auf diese Frage. Ich sah noch mal zu den TTT, doch ihr Tisch war mittlerweile leer. Schnell warf ich einen Blick zur Tür, doch da lief nur einer der TTTs, die am Tisch gesessen hatten. Als ich meine Aufmerksamkeit dann wieder dem Tisch zu wandte, bemerkte ich meinen Bruder Benno und Elias die unseren Tisch ansteuerten. „Anne bitte zieh jetzt keine Show ab, wenn sie kommen. TTTarlam“, sagte ich noch leise zu Anne. Dann war es auch schon so weit: Die zwei ließen sich auf die zwei noch freien Stühle an unseren Tisch fallen. „Schönen Abend meine Mädels. Schön euch noch mal zu sehen. Anne wegen vorhin war nicht so gemeint“, begrüßte uns Benno freundlich. Allein für diese siebzehn Wörter hätte ich ihn schon mehrfach umbringen können. „Benno komm bitte zum Punkt“, sagte Maxi. Wenigstens jetzt war sie mal wieder meiner Meinung. Benno nervte einfach alles und jeden. „Ich wollte nur wissen ob das klappt mit heute Mitternacht.“ Wie aus einen Mund antworteten Maxi und ich, aber mit zwei unterschiedlichen Aussagen. Während sie JA rief, meinte ich NEIN. Maxi und ich sahen uns an. „Ihr sollt wenn schon alle kommen. Alle oder keine“, entgegnete Elias. „Wir kommen“, übernahm Lotte die Antwort. „Und da ist noch was“, flüsterte Benno kaum hörbar. Er schaute sich noch mal um. „Lass den Mist mit deiner Top Secret Sache, ja? Bitte sag es einfach und zieh Leine“, äußerte ich mich zu diesen Thema. Benno sah mich einen Augenblick so an als würde er mir am liebsten mein noch nicht gegessenes Abendessen ins Gesicht schmieren wollen. Seine Augen wurden ganz schmal, doch dann entschied er sich um und redete immer noch übertrieben leise weiter: „Wisst ihr was das mit Max und Ena auf sich hat. Max erzählt es nicht und Ena können wir nicht drauf ansprechen. Außerdem wieso isst Max an Toms Tisch. Irgendwas ist mit Ena. Sonst war Max die ganze Zeit bei uns: seinen Kumpels. Und jetzt?“ Lotte und Maxi kicherten. Ich konnte das verstehen, schließlich hatte Benno das total dramatisch betont. „Eifersüchtig“, fragte Anne Benno. Er schaute sie an und meinte: „Immer. Ich steh wenigstens dazu.“ „Auf wem bist du Eifersüchtig: auf Max, Ena oder Tom“, hakte ich nach. „Auf.... Paula! Du, du ach lasst mich doch alle in ruhe. Ihr Mädels seit doch alle gleich“, beantworte Benno meine Frage. Danach ging er mit Elias aus der Mensa. Ich beobachtete sie bis sie am Ausgang waren, wobei mir auffiel das sich Elias einmal umgedreht hatte und mir in die Augen gesehen hat. „Ich glaube wir sind jetzt auch mit dem Essen fertig oder willst du dein bisher noch nicht mal angegucktes Essen noch zu dir nehmen“, plauderte Maxi fröhlich drauf los. Ich lächelte sie an. Es war gut das sie wenigstens für einen Moment ihren Ärger mit den Eltern vergessen hatte.

28.6.08 13:29

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