2. Maxis Problem(Part2)

Wir blieben eine Weile so wie wir waren. Ich oben bei der Höhle und Elias unten am Fuße. „Soll ich dir runter helfen“, fragt Elias. Ich schüttelte meinen Kopf und klettere allein runter. „Und willst du mich jetzt als Geisel halten“, erkundigte ich mich. „Quatsch. Ich meine du kannst gehen, wenn du willst.“ Das lies ich mir nicht zwei mal sagen und lief los. Ich hielt erst wieder an als ich auf der letzte Treppe vor unseren Mädchenflur stand. Ich schaute vorsichtig in den Mädchenflur. Benno und Leo klopften wie wild an die Tür. Ich versteckte mich hinter einen Stück Wand was in den Flur ragte. Dann hörte ich wie Benno und Leo verstummten. Eine Tür ging auf und dann schloss sie sich wieder. Kurz darauf hörte ich die Rufe von Benno und Leo wieder. Ein Mädchen ging an mir vorbei. Nein, nicht irgendein Mädchen, sondern Ena. Ich war erleichtert als ich sie sah. Schließlich musste das heißen, dass sie nicht auf Bennos Seite war, sonst hätte sie die Tür für die zwei geöffnet. Ich ließ einen ganz leisen Freudenschrei aus. Leider war er nicht ganz leise wie ich gedacht hatte. Ena drehte sich um. Erst sah sie mir in die Augen, dann schaute sie zu Benno und Leo um dann auf mich zu zugehen meine Hand zu nehmen und mich mit zu zerren. Als wir im Erdgeschoss waren ließ sie mich los. „Was machst du denn hier“, fragte Ena verwundert. Dumme Frage von ihr. Was soll ich hier denn machen? „Elias hat mich gehen lassen. Ich wollte gerade zu euch“, antwortete ich ganz gelassen. „Also: Die anderen wollten die Sms lesen bloß waren keine mehr im Postein- oder Ausgang. Na ja dann haben sie sein Handy auf Russisch noch umgestellt und Anne wollte unbedingt ihre Nummer einspeichern. Jetzt sollte ich gerade zu dir und Elias, um zu verhandeln.“ „Und wieso du?“ „Ist doch total klar. Das ich das Handy habe, checken die Typen doch nicht.“ Da musste ich ihr Recht geben. Doch da hörte es auch schon auf. Was viel der denn ein, sich einfach so in unsere Angelegenheiten einzumischen? „Dann kannst du mir das Handy geben und ich regele die Angelegenheit.“ Ena gab mir das Handy und ich ging mit ihm ohne mich bei Ena zu bedanken. Ich lief los. Wohin ich genau hin lief, wusste ich nicht. Ich ließ mich einfach von meinen Beinen tragen. Und dann war ich da. Ich stand vor Elias, der sich immer noch dort befand wo ich ihn verlassen hatte. „Zu mir kommen alle zurück“, empfing er mich. Ich atmete tief ein und dann fing ich an zu erzählen: „Noch so ein Spruch und ich bin samt dem Handy wieder weg. Hier ist Bennos Handy. Wir haben nichts damit angestellt, zumindest fast nichts. Auf jeden Fall haben wir keine Sms gelesen.“ Ich hielt Elias Bennos Handy hin. Er nahm es in die Hand. „Aber du. Du hast meine Sms von heute morgen gelesen. Stimmts?“ Ich nickte schuldbewusst. Elias winkte ab. „Ist schon in Ordnung. War sowieso eine Sinnlose Aktion. Danke für das Handy.“ Ich grinste und Elias lächelte zurück. Dann drehte ich mich um und wollte gehen, aber Elias hielt mich auf. „Hast du mein Handynummer eigentlich?“ „Wieso“, fragte ich verdutzt. „Na damit... wenn du... also... ähm... sollte ich dir nicht schreiben falls Benno sich nicht umstimmen lässt und trotzdem an dein Tagebuch will.“ Ich nickte und Elias gab mir seine Nummer. Und auf einmal machte sich in meinen Magen so ein warmes Gefühl wie, wenn man Tee trinkt, breit. Es war angenehm und brachte mich zum Grinsen. „Was wolltet ihr eigentlich in meinen Tagebuch nachlesen was du so dringend wissen wolltest?“ Elias schaute ich mich einen Moment sprachlos an. Ich sah ihm in seine Augen. Plötzlich veränderte sich Elias Blick. Er schaute mich so an, wie er es bisher nur ein einziges Mal getan, hatte. Als er es das erste Mal gemacht hatte, sahen wir uns zum ersten Mal. Damals war ich neun oder zehn gewesen und wusste diesen Blick noch nicht zu zuordnen. Doch heute wusste ich es. Wenn Elias jetzt seinen Mund öffnen würde, würde er etwas aussprechen was sich nicht ändern ließ, etwas was alles hier verändern würde und so weit sollte es nicht kommen. Er war nur ein Freund und nicht mehr. Das Teegefühl verschwand. Dafür kam etwas anderes: die Angst. Die Angst vordem was er als nächstes sagen würde. Ich schaute ihn noch mal an und dann lief ich los.
„Paula, wo warst du denn wir haben dich gesucht“, holte mich Lotte aus meinen Gedanken zurück. Ich verspürte Lust ihr zu erzählen was im Park mit Elias vorgefallen war, aber ließ es dann doch. Schließlich würde das ja nur bedeuten, das es für mich eine große Bedeutung haben würde und das tat es nicht. Es ging schließlich nur um Elias. Mein Teegefühl machte sich in meinen Magen breit. Kam es wegen Elias? Ich dachte daran was ich im Park gefühlt hatte: nämlich nichts. Das Teegefühl verschwand genauso plötzlich, wie es gekommen war.
„Na komm lass uns zu den anderen gehen oder willst lieber alleine gelassen werden?“ „Nein lieber nicht. Wo sind sie denn?“ Lotte lächelte. „Sie sind auf der Terrasse." Dann gingen Lotte und ich zur Terrasse. „Haben wir gewonnen“, fragte ich die anderen als erstes. „Ich weiß nicht, aber Benno und Leo sind weggegangen“, antwortete Anne. Wir grinsten. Ganz sicher hieß es für uns das wir gewonnen hatten. Benno war kein Typ, der aufgibt, aber diesmal musste er es machen.
Eine Weile grinsten wir uns an, aber dann fiel mir auf das Maxi vielleicht äußerlich lächelte, aber in ihren Blick konnte man erkennen, das sie irgendetwas beschäftigte. "Maxi", fragte ich vorsichtig, „Was ist denn los?“ Maxi seufzte: „Ich wollte es euch eigentlich erst später sagen. Wir haben gerade Spaß und jetzt gleich muss ich euch die Laune verderben. Aber ich kann nicht mehr warten es euch zu sagen. Sorry.“ Wir schauten Maxi gespannt an. In ihrer Stimme klang die Traurigkeit ganz deutlich heraus.
„Ich hab ein Problem! Ich will nicht nerven, aber ich glaube das könnte euch interessieren. Ich weiß nicht wieso, aber meine Eltern streiten nur noch. Das haben sie noch nie gemacht. Wieso sie sich streiten wollen sie mir auch nicht erzählen. Es ist ja normal das man sich ab und zu streitet, aber nicht den ganzen Tag. Ich halt es nicht mehr zu Hause aus. Mir vergeht zu hause schon das Essen. Ich wollt euch nur fragen ob ich bei euch im Zimmer pennen kann. Ich weiß das Ena zwar im Bett liegt, aber zuhause halte ich es nicht mehr aus. Das Beste wäre ich schlafe im Schlafsack.“ Am Ende ihres Vortrags ist Maxi den Tränen nah. „Ich hab mir letzte Nacht die Augen ausgeheult. Ich kann nicht mehr! Bitte“, fehlte sie. „Ist doch klar das du immer bei uns schlafen kannst. Du wirst heute Nacht bei uns schlafen und wenn wir dazu Ena ins Jungszimmer schleifen müssten, dann würde ich es höchstpersönlich machen. Und wie du weißt würde ich mich lieber lebendig begraben lassen als auch nur einen Schritt in das Zimmer von Benno zu tun“, sagte ich. Maxi lachte und ihre Tränen verschwanden. Sie würde heute Nacht in unseren Zimmer schafen. Das waren wir ihr als beste Freundinnen schuldig.
Und gerade hatte Maxi sich beruhigt, da erschien schon ein TTT. „Na ihr. Ich soll euch eine Nachricht von Benno überbringen“, sagte Max. Max gehörte auch zu Benno und so wie es aussah war er auch schon da. Obwohl Max nicht der größte war, war er der frechste der ganzen Schule. Das hatte ihn schon oft Nachsitzen bereitet, trotz der Tatsache das er erst seit diesem Schuljahr auf unsere Schule ging. Zu Max könnte man ganze Bücher verfassen. Er war ein einmaliges Phänomen. Seine braunen Haare waren kurz, aber trotzdem konnte man seine Locken sehen. Außer sie waren mal wieder unter einer seiner Rappermützen versteckt. Das fanden wahrscheinlich ziemlich viele Mädchen gut, denn er war Mädchenheld No2 an unserer Schule. Was ich an Max gut fand, war die Tatsache, das er Benno ganz schön oft verarschte. Und Max war der einzigste der das auch dürfte. Wenn die anderen es versuchten, wurde Benno fuchsteufelswild. Max war einfach lustig, verarschte sich öfters selbst und konnte auch über sich lachen. Eigentlich kam jeder mit ihm gut aus, aber in diesen Moment war er mir absolut unsympathisch. „Du störst. Verzieh dich. Merkst du nicht, das wir beschäftig sind“, sagte ich. Doch das war ein Fehler. Max genoss jedes meiner Worte: „Ist klar das ihr euch lieber selber gegenseitig schminkt als eine wichtige Nachricht zu empfangen.“ Anne verdrehte die Augen: „Verschwinde. Du nervst.“ Max grinste: „Also Benno lässt euch ausrichten, das ihr gewonnen habt. In Zukunft wird er, Entschuldigung wir werden euch in Ruhe lassen. Allerdings nur unter einer Bedingung.“ Max legte eine Kunstpause ein, um sich an unseren Gesichtern zu ergötzen. „Und“, fragte Lotte, als ihr die Kunstpause zu lange ging. Max grinste noch mal: „Die erfahrt ihr, wenn ihr heute Nacht Punkt Mitternacht in unseren Zimmer seit.“ „Vergiss es“, platzte es aus mir heraus. Nie in meinen Leben würde ich da hineingehen. „Seht ihr anderen das genauso“, bohrte Max nach. „Nein, wir werden da sein, keine Panik. Und jetzt mach eine Fliege“, setzte sich Maxi gegen meine Ablehnung hinweg. Max suchte noch in Annes und Lottes Gesichter nach Annehmung dieser Aussage. Nachdem er sie gefunden hatte, schaute er mir ins Gesicht. Ich wusste was sein Blick heißen sollte. Er bedeute soviel wie: „Nimm es gelassen. Du hast eben nichts mehr zu sagen.“ Ich hätte ihn den Hals umdrehen können. Doch Max drehte sich schon um, um zu gehen. „Anne, gibt mal bitte deinen LP.“ Anne holte ihren knallroten Lippenstift aus der Hosentasche und gab ihn mir. „Max, bleib mal bitte stehen. Wir haben auch eine Nachricht für euch.“ Max drehte sich um und ich hielt ihn mit einer Hand fest. Mit der anderen Hand malte ich ihn „Loser“ über sein Gesicht. „Was war das“, fragte Max begeistert. „Nichts, nur eine Nachricht... keine Angst es steht dir.“ Max schaute noch ein wenig verdutzt aus, fing sich dann aber wieder und ging. Ich sah ihm hinterher und bemerkte etwas, was mich zum Lachen brachte. Ich zeigte es den anderen, worauf Anne erbarmen walten ließ und Max hinterher rief: „He Max, wenn du schon anfängst deine Hose in den Kniekehlen zu tragen, dann würde ich wenigstens T-Shirts tragen, die auch so lang sind. Und übrigens hübsche Herzchenunterhose.“ Max lief rot an. So rot, dass man die Lippenstiftnachricht nicht mehr von den seinen Gesicht unterscheiden konnte. Wir mussten uns vor Lachen fast kugeln.
Als wir uns wieder beruhig hatten, schlug Maxi vor in das ein Kilometer entfernte Nachbardorf zu gehen. Dort gab es fünf sehr kleine Läden zum einkaufen, eine Gaststätte und eine preisgekrönte Eisdiele. Wir waren einverstanden bis auf eine kleine Tatsache nämlich die, das wir Ena mitnehmen sollten. Ok ich war die einzigste, die dagegen war.

28.6.08 13:29

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