2. Maxis Problem(Part1)

Kennt ihr das? Ihr seit sauer wegen irgendwas, dann legt ihr euch hin, denkt eine Weile nach und irgendwann seit ihr nicht mehr sauer. Oder zumindest seit ihr nicht mehr ganz so sauer. So ging es mir, doch ich wollte einfach nicht so leicht nachgeben. Ich wollte hart bleiben. Aber dann klingelte nach einer Weile mein Handy. Ich nahm ab: „Ja?“ „Hi Paula, ich bin es Maxi. Wieso hast du denn schlechte Laune?“ „Maxi, wie geht’s?“ „Gut, ich wollte euch fragen ob wir uns an der Lavendelaussicht treffen wollen, jetzt gleich.“ „Na klar geht in Ordnung!“ Ich legte auf. Anne und Lotte unterbrachen ihre Tätigkeit. „Was ist denn mit dir passiert. DU kannst ja wieder lächeln“, erkundigte Anne sich. „Wir treffen Maxi, jetzt gleich“, antwortete ich fröhlich. Lotte schaute abwechselnd zum Schrank und zu mir. Dann meinte sie: „Worauf warten wir dann noch?“ Kaum gesagt schnappten wir uns unsere Sachen, schließlich war es draußen noch Winter. Wir liefen die Treppe runter und dann raus auf den Hof. Da blieb ich erst mal stehen und sah Ena mit den drei Jungs auf der Bank sitzen. Echt schade das noch zwei Mitglieder der TTTs fehlten, sonst hätten sie Ena gleich als Ehrenmitglied aufnehmen können.
„Mensch Paula komm. Es wird schon alles gut, das wirst du sehen. Sie wird unsere Freundin, da wette ich mit dir. Mit Anne hattest du am Anfang auch dieselben Probleme. Sie war doch genauso wie Ena. Gib ihr eine Chance sich zu beweisen.“
„Na ja vielleicht ist sie ja nicht so schlimm, Lotte. Aber wir nehmen sie nicht auf. Eher geh ich. Sie versteht sich immerhin mit Benno! Und ich glaube, das er sie mag.“
„Davon redet keiner Paula. Und viele andere Mädchen der Schule verstehen sich auch mit Benno und es gibt viele die ihn mögen. Er ist eben nicht ganz so schlecht wie du glaubst!“
„Siehst du, Paula. Anne ist in deinen Bruder verknallt!“
„Gar nicht wahr Lotte! Na warte dafür kitzle ich dich durch!“
„Dazu solltest du mich erst mal fangen.“ Und schon rannte Lotte los und Anne und ich rasten hinterher. Und der Wind der in mein Gesicht peitschte, peitschte auch die eigentlich sinnlose Wut auf Ena aus mir heraus. Wir rannten eine Weile durch den Schlosspark. Am Anfang war der Weg richtig schmal, aber je weiter wir hinein kamen desto breiter wurde der Weg. Als wir dann an der Kletterfelswand vorbei rannten, fiel Lotte über eine herausragende Baumwurzel. Da Anne sehr nah hinter Lotte lief, sah sie die Wurzel auch nicht und fiel genauso hin. Und zu guter letzt kam ich. Ich fiel auch hin, obwohl ich früh genug stoppte, weil ich die Wurzel gesehen hatte. Wir mussten Lachen. Ich richtete mich auch und Anne kitzelte Lotte durch bis sie um Gnade fehlte.
„Darf ich mit machen“, fragte uns eine wohl bekannte Stimme. Es war Maxis Stimme. Maxi ist die Letzte von unserer Gruppe. Maxi wohnte nicht mit im Internat, weil sie hier auf den Dorf lebte. Früher gingen Lotte und Maxi zusammen in den Kindergarten. Sie war die größte von uns und normal von der Figur her. Sie selber war mit sich zufrieden. Anne meinte zwar immer sie hätte ein paar Speckröllchen, aber Maxi erwiderte dann immer lieber einbisschen zuviel als zu dünn und todessüchtig. Lotte und Maxi sagten immer Todessüchtig zu Magersucht, weil eine ihrer ehemaligen Kindergartenerzieherin an Magersucht gestorben war. Außerdem ist Maxi relativ gut in der Schule. In Sport sogar die Beste des Jahrgangs. Besser als alle Jungs. Maxi hat grüne Augen. Aber nicht irgendwelche. Nein! Sie hatte giftgrüne Augen und Maxi sprühte nur so von Energie. Und sie hatte so dunkelbraune Haare das es schon wieder Schwarz war.
Anne unterbrach Lottes Bestrafung um Maxi als erste zu umarmen. Lotte und ich folgten danach mit unserer Begrüßung. „He wenn wir schon mal hier sind, können wir doch noch gleich hier bleiben, oder“, fragte Maxi. „Wie wäre es, wenn wir uns in eine der ganz kleinen Höhlen, der Kletterfelswand setzen“, schlug ich vor. Die anderen waren einverstanden und wir gingen zu einer Stelle, wo man mehr hoch laufen als Klettern musste, um in so eine Höhle zu kommen. Natürlich waren sie nicht sehr groß, aber davor war immer Platz. Maxi holte aus den Rucksack, den sie mit hatte, eine Decke und wir setzten uns drauf. Dann nahm sie noch eine Plätzchendose heraus und wir langten zu. Schließlich waren wir noch immer hungrig vom Mittag essen, was ich unterbrochen hatte. „Danke Maxi, du bist echt unsere Rettung. Weil Paula nicht mit Ena essen wollte, mussten wir unser Mittag essen wegwerfen“, erzählte Anne. „Ihr habt Ena kennen gelernt? Sie ist nett, nicht wahr?“ „Du kennst sie“, platzte es aus mir heraus. „Ja klar. Sie wohnte mal hier. Wir sind richtig gute Freundinnen, trotz der Tatsache das sie seit einen Jahr nicht mehr hier wohnt. Aber Ena ist echt total in Ordnung. Stellt euch vor, obwohl sie eine Stunde von hier entfernt wohnt, geht sie immer noch auf ihre Schule hier. Sie lebt nämlich unter der Woche bei ihren Großeltern, damit das klappt. Wir sehen uns manchmal noch.“ „Wieso hast du uns nie von ihr erzählt“, fragte Lotte. „Na weil... weil wir uns auch nicht so oft sehen und es zu kompliziert geworden wäre. Wenn wir vier unsere Ferien nicht zusammen verbrachten, dann war ich mit ihr unterwegs. Ihr hättet auch nicht viel von ihr mitbekommen und deswegen wäre es sinnlos gewesen. Außerdem wäre sich dann Paula vernachlässig von mir vorgekommen.“ Wir waren baff. Ich fand als erstes meine Sprache wieder. „Und wieso bist du dann nicht ihre Patin.“ Maxi lächelte: „Weil... ich wollte das wir sie zu uns aufnehmen. Wenn ich ihre Patin geworden wäre, dann wäre ich nicht in der Schule da, um mich um sie zu kümmern. So bist du da. Ich hab Mia gebeten dich zu wählen, weil du so am besten damit fertig werden würdest, das ihr jetzt vier in einen Zimmer seit.“ „Aber gerade das kann ich nicht an ihr leiden und die Tatsache, das sie jetzt in deinen Bett schläft, macht es auch nicht besser. Außerdem was ist, wenn sie doch ganz anders ist und nicht so wie du glaubst. Sie hängt mit Benno rum.“ Maxi grinste: „Das überrascht mich nicht. So ist sie eben, aber ich dachte trotzdem das wir aus uns vieren fünf machen können.“ Ich fasste es nicht, was Maxi da redete. Irgendwie fühlte ich mich Übergangen. Auch wenn bei uns alles Demokratisch ging. War doch meistens ich, die Entscheidung fällte und nun hatte man über meinen Kopf hinweg entschieden. Ich war sprachlos.
„Eine Frage: Ena meinte, dass sie sich auf Max freute. Was hat sie mit ihm zu tun“, fragte Anne. Maxi zuckte mit den Schultern: „So genau weiß ich das auch nicht, nur das Max und Ena sich von früher kennen. Habt ihr euch nie gefragt, wieso Max manchmal Nachmittags unauffindbar war? Ich tippe mal drauf, das er Ena besuchte.“ „Wieso ging sie dann nicht gleich auf unsere Schule“, fragte Lotte. „Das frag ich mich auch schon. Ihr Bruder hat letztes Jahr Abi hier gemacht. Aber ich glaub Enas Eltern wollten ihre einzigste Tochter nicht auch noch aufs Internat schicken. Doch mittlerweile müssen sie es begriffen haben, das Ena hier gerne wäre und deswegen haben sie ihre Meinung geändert.“ Lotte und Anne nickten um zu zeigen, dass sie es verstanden hatten und nicht weiter fragen wollten. Die drei schauten mich an. „Ich bin absolut nicht damit einverstanden. Ich mag sie trotzdem nicht.“ Lotte lachte: „Das hast du auch mal über Anne gesagt. Aber lassen wir das Thema mal.“ Ich verdrehte meine Augen. „Ich wollte euch noch was erzählen. Also Benno hat in den Ferien...“ Dann erzählte ich erst mal was Benno und ich in den Ferien so gemacht haben. Zum Schluss dann das mit Elias`s Sms. Als ich fertig erzählt hatte, sagten Anne und Lotte wie aus einen Mund: „Aber du schreibst doch gar kein Tagebuch.“ „Ich weiß, aber Bennos Gehirn funktioniert mal wieder nicht. Er bildet sich wohl ein, dass ich so was mache.“ „Aber was wollen die dann in deinen nicht vorhandenen Tagebuch entdecken“, fragte Maxi. „Puh. Da muss ich passen. Frag mich was leichteres. Aber wartet. Dad hat mir doch vorhin Bennos Handy gegeben. Dort drinnen werden wir bestimmt die Lösung finden.“ Dann holte ich Bennos Handy heraus. Wir vier mussten grinsen. Man hätte so vieles mit Bennos Handy anstellen können. Doch wir wollten nur die Sms lesen. Als ich es heraus holte, musste ich leider feststellen das es aus war. Ich musste einbisschen überlegen wie sein Pin war. Benno war ein TTT also nicht sehr schlau. Es musste also eine Zahlenkombination sein, die leicht zu merken war. Trotzdem war nicht zu vergessen das er es geschafft hatte auf dieses Gymnasium zu gehen. Ich musste ihn also einbisschen wissen zu trauen. „Ich hab es. 98765432 ist sein Pin“, sagte ich und tippte ihn auch gleich ein. Tatsächlich 98765432 war sein Pin. „Lasst uns mal nach schauen was Benno so für Sms preis gibt“, meinte Anne grinsend. Ich wette, sie war ganz wild drauf zu lesen was die anderen Mädchen Benno so schrieben.
„Na amüsiert ihr euch auch schön mit meinen Handy“, fragte plötzlich Benno. Wieso musste er auch immer in den unpassenden Momenten auftauchen. „Schwirr ab“, sagte Maxi. „Das ist sein Handy“, erwiderte Leo, der zusammen mit Elias hinter Benno stand. Ich ließ sein Handy in meine Hosentasche gleiten. Maxi stieg langsam von der Höhle hinunter. Dann folgten ihr Anne und Lotte. Benno grinste: „Klappt doch. Wieso nicht gleich so? Jetzt fehlst nur noch du. Du gibst mir mein Handy und ich lass euch laufen. Deal?“ Ich lachte. Maxi entfernte sich immer weiter weg von Benno. Lotte und Anne stellten sich so in den Weg das Leo und Elias nicht zu Maxi konnten. Benno verdrehte die Augen. „Komm schon Paula, gib mir mein Handy wieder. Bitte.“ Ich blickte zu Maxi. Sie nickte. Jetzt war der richtige Moment. Ich holte blitzschnell das Handy aus meiner Tasche und warf es zu Maxi. Maxi fing es und rannte los. Benno brauchte einige Sekunden um zu raffen was gerade passiert war. In dieser Zeit nutzten Anne und Lotte ihre Chance und rannten Maxi hinterher. Benno checkte dann wieder was passiert war und befahl Elias aufzupassen, das ich nicht abhaue während Leo und er sein Handy zurück holen wollten.

28.6.08 13:29

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