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1. Die Neue(Part1)

Grrrrrrrr!!! Ich drehte mich um. Grrrrrrrr!!! Ich zog meine warme Decke über den Kopf. Grrrrrrrr!!! Ich hielt mir die Ohren zu. Grrrrrrrr!!! Ein etwas von meinen Zwillingsbruder betrat mein Zimmer. Ich nahm den klingelten Wecker und warf ihn. „Raus“, rief ich zu Benno. Es reichte doch, das mein Wecker schon so früh klingelte, musste jetzt auch noch mein Bruder trotz des Verbotes nerven? Ich hatte nämlich extra für ihn ein Schild an meiner Tür an gebracht: Für Menschen bei den das Gehirn- soweit vorhanden- öfters ausfällt und/oder kleiner als 2cm ist, ist der Eintritt strengstens verboten!!! Doch Benno betrat mein Zimmer trotzdem! So was nennt man auch Papier- und Bleistiftverschwendung. Dazu kommt noch die Verschwendung von Klebeband, Fasermaler und Nagellackentferner, um das Klebzeug wieder von der Tür abzubekommen (was leider gescheitert ist). Wenn man das dann zusammenfassen würde, wäre es: Die Abrodung unschuldiger Wälder und verschwendete Arbeit der Maschinen und Arbeitskräfte. (aber das kann Benno alles selbst bezahlen)
Aber zurück zum Thema: Sein sonst so blasses Gesicht war röter als seine Haare. Seine Haare sind Fuchsrot. Meine sind Kupferrot. Ich zog mir also die Decke noch weiter über den Kopf, doch Benno war schneller und zerrte sie mir weg. „Wo ist mein Handy??“, fragte er und seine Stimme bebte vor Wut. Ich setzte mich hin und erwidere: „Ich habe das Schrottteil nicht. Verschwinde!“ „Gib es her, bevor du es bereust!“ Ich seufzte und wusste das wenn ich es ihn noch mal erklären würde, er es trotzdem nicht verstehen könnte. Doch den Versuch wagte ich noch mal. „Benno: ICH habe dein Handy NICHT.“ Benno bewegte sich kein Stück. Manchmal rafft er wirklich nichts. Deswegen warf ich mein Kissen nach ihn und tatsächlich er verschwand. Ich stand auf um das Kissen sowie den Wecker aufzuheben. Es war gerade mal halb sieben und die Müdigkeit steckte noch in mir. Ich fragte mich wieso ich gestern so wild darauf gewesen war heute so früh aufzustehen. Während ich mich in mein Bett legte und noch überlegte, gewann die Müdigkeit überhand und meine Augen schlossen sich. Das letzte was ich noch dachte war, dass es nicht mehr lange dauern würde ehe ich meine besten Freundinnen wieder sehen könnte...
Mein nächstes Erwachen war weniger friedlich. Ich wachte von einen Moment in den anderen auf und zwar, weil jemand mir eine Ladung Wasser über den Kopf gekippt hatte. Dieser jemand –wer sollte es sonst sein? – war Benno. „Spinnst du? Mein ganzes Bett…“, ich verstummte. Ich bemerkte das er mich aus meinen Bett gezogen haben musste und ich auf dem Boden lag. Vielleicht war ich ja auch im Schlaf vom Bett gefallen. Auf jeden Fall lag ich nicht mehr in meinen Bett sondern auf den kalten Fußboden in mitten einer Wasserpfütze und durchnässten Klamotten sowie nassen Haaren. Benno grinste und verschwand nach dem er mir versprochen hatte das es erst der Anfang war, wenn ich ihn nicht sein Handy zurück geben würde. Als er endlich mein Zimmer verlassen hatte, bewegte ich mich. Die nassen Sachen klebten an meiner Haut. Ich erhebte mich und ging aus meinen Zimmer Richtung Küche. Das alles ging ziemlich langsam, weil ich immer noch nicht richtig wach war. In der Küche ging ich dann zu erst zum Kühlschrank und holte mir Milch raus und trank – was meine Eltern nicht leiden konnten- gleich aus der Verpackung. Meiner Mutter, die sich momentan auch noch in der Küche befand, gefiel das natürlich nicht und deswegen sagte sie: „Paula, mein Liebling, hab doch einbisschen Anstand. Ich bitte dich. Heutzutage achtet man wieder auf solche Dinge. Was sollen denn meine Patienten von mir denken, wenn meine eigene Tochter noch nicht mal einbisschen Anstand haben kann?“ Sie schaute mich freundlich an. Natürlich wollte sie mir mit solchen Ratschlägen immer nur helfen, doch Eltern leben immer in anderen Welten als ihre Kinder und deswegen war ihr Ratschlag momentan nutzlos.
Ich murmelte eine Entschuldigung vor mich hin und wollte die Küche verlassen. Doch in der Tür wendete ich mich um. Mom drehte mir gerade den Rücken zu und so konnte sie auch nicht sehen das Benno mir Grimassen zog. Ich streckte ihm meine Zunge raus. Dann machte ich mich auf dem Weg ins Bad. Dort musste ich mich erst mal im Spiegel betrachten. Irgendwie kam mir das Mädchen was vom Spiegel zurück blickte nicht sehr fröhlich vor. Ich zog mir eine Grimasse. Worauf ich ein Lächeln auf meinen Gesicht erkennen konnte. Langsam wurde ich wach und fragte mich, was ich nur getan hatte, dass ich mit so einem Vorgartenzwerg wie Benno bestraft worden bin. Nach einer Weile fing ich mein Gesicht zu waschen und mir die Haare trocken zu föhn. „Beeil dich, ich muss noch mal ins Bad“, rief Benno von der Tür her. Ich machte den Föhn aus und erstarrte. Ich hörte ein leises, mir wohlbekanntes Geräusch aus den Wäschekorb kommen. Es war der Vibrationsarlam von Bennos Handy. Ich ging auf den Wäschekorb zu und öffnete ihn und sah das sich eine von Bennos Hosen drinnen befand. Neugierig wie ich war, schaute ich natürlich nach. Es war sein verschollenes Handy, das gerade eine SMS gekriegt hatte. Bevor ich sie las, konnte ich mir schon denken das sie von Bennos besten Freund Elias kam. Elias ist ganz nett abgesehen von der Tatsache das er mit Benno befreundet ist! Er ist schlank, mittelgroß und hat bräunliche glatte Haare, mittelmäßig lang. Manchmal sah es schon ulkig, aus wenn er seine Haare hin und her schüttelte, doch wenn man schon drei Jahre in eine Klasse ging, hatte man sich daran gewöhnt.
Ich setzte mich an den Rand der Badewanne und öffnete die Sms um zu lesen was drinnen stand. „Leo hat die Stinkbomben. Noch mal zu unseren Plan: Wir werfen sie im Mädchenflur, dann müssen wir alles säubern. Danach müssen wir mit Schlüssel deiner Schwester an ihr Tagebuch kommen, um zu erfahren ob es stimmt. Ich muss es wissen. Klaust du den Schlüssel? ssz“ Die Sms weckte mein Interesse. Es war schließlich sehr spannend zu wissen was mein Bruder so vor hatte. Besonders dann wenn sie an mein Tagebuch wollten. Im ersten Moment war ich echt sauer, aber dann fragte ich mich wie sie an mein Tagebuch kommen wollten. Denn irgendwie musste mein Bruder unter einen Gedächtnisverlust leiden: Ich besaß nämlich gar kein Tagebuch. Aber Bennos Plan brachte mich auf eine Idee, die ich nachher gleich umsetzen wollte. Was mich außerdem beschäftigte war wie sie darauf gekommen waren. Das mit der Stinkbombe und an den Schlüssel kommen, verstand ich ja, aber woher hatten sie die Idee? So viel Gehirnmasse hatten sie doch gar nicht. Trotzdem musste ich es nachher in der Schule meinen Freundinnen erzählen. Elias SMS schickte ich an mich und löschte sie von Bennos Handy. Schließlich wäre es ja zu einfach, wenn Bennos Plan so reibungslos verlaufen könnte. In dem Moment klopfte es an der Tür und Benno meinte ich solle mich beeilen. Vor Schreck ließ ich sein Handy fallen. Ich nahm es wieder in meine Hand. Einen Moment überlegte ich ob ich es Benno geben solle, doch dann wurde mir klar, das er es mir nicht glauben würde, das ich gerade gefunden hatte und ich mir damit nur einige sinnlose Diskussionen antunen müsste. Darum entschied ich mich sein Handy wieder in seine Hosentasche zu legen. Als Benno mich dann zum fünfzehnten Mal verfluchte, öffnete ich die Tür und verließ das Badezimmer. Benno eilte rein und ich klingelte mit Unterdrückter Nummer sein Handy an als ich weit genug vom Badezimmer entfernt war. Ich grinste und in diesen Augenblick kam mein anderer Bruder vorbei. Er hieß Gustav und war vollkommen in Ordnung. Er ging in die elfte Klasse und mochte seine kleine Schwester(michJ). Was er allerdings sinnlos fand, waren die Streiterein zwischen Benno und mir.
„Soll ich dir helfen dein Gepäck runter zum Auto zu bringen, Schwester“, fragte er freundlich. Gustav ließ ziemlich keine Gelegenheit aus mich Schwester zu nennen, wobei er mich oft mal damit blamierte.
„Geht schon. Ich glaube das du eher Benno helfen müsstest. Der schleppt doch wieder sein ganzes Zimmer mit“, antwortete ich. Gustav lächelte und dann fuhr er mir durch meine Haare. „Er ist sauer auf dich Schwester, oder? Und das zu recht, sonst hättest du meine Hilfe nicht so einfach an ihn weitergegeben.“ Verlegen schaute ich weg. Ein bisschen Recht hatte er ja. Wahrscheinlich lief deswegen mein Gesicht Rot an. Ich musste etwas antworten, sonst glaubte er noch ICH hätte etwas ausgefressen. „Quatsch. Benno sucht sein Handy und beschuldigt mich es zu haben. Das...“ „... Ich weiß sogar, dass du es hattest“, unterbrach mich plötzlich Benno. Ich schüttelte meinen Kopf. Von wo kam der denn her? „Ich hab es im Bad gefunden, nachdem du drinnen warst“, fuhr Benno fort, „Ist doch total klar: DU hattest ein schlechtes Gewissen und deswegen hast du es so hingelegt das ich es finde und...“ Gustav stoppte Bennos Gerede. „Ist egal wer es hatte. Sei froh es wieder zu haben. Los lasst uns nach unten gehen. Ferien sind zwar total schön, aber ich hab Bock meine Kumpels wieder zusehen.“ Mit diesen Worten trennten wir uns.
Nach einer wirklich schrecklich langweiligen Autofahrt waren wir endlich da. Oder zumindest fast. Keiner meiner Eltern oder der Eltern meiner Freundinnen fuhr je auf den Hof unserer Schule, weil man um dort hinzugelangen bergabwärts über ein Holpersteinpflaster fahren musste. Mein Vater beschwerte sich jedes Mal wenn er uns dort rausließ darüber, aber gerade das gefiel mir.

28.6.08 13:27, kommentieren



1.Die Neue(Part2)

Unsere Schule war eben anders. Ein Internat, der besonderen Klasse. Es befand sich in einen Schloss auf einen abgegrenzten Dorf. Die nächstgrößere Stadt war ca. 20 Kilometer entfernt. Aber das war nicht alles was unser Schlossinternat so besonders machte. Es war die perfekte Lage: Auf der Seite, wo der Eingang des Geländes war, befand sich eine Straße, die den Berg hinunter ging um dort in einen Feldweg zu münden. Neben der Straße war ein großer Wald. Auf der anderen Seite des Schloss ging es sehr Steil den Abhang runter. Aber genau von der Seite hatte man bei sehr guten Wetter eine Kilometerweite Aussicht. Außerdem gehörte zu den Schlossgelände ein großer Hof, der von Gebäuden umzingelt war. Dort wo früher die Häuser der Bediensteten waren, war heute unsere Schule, zumindest der Teil in dem unterrichtet wird. Geschlafen wurde im Schloss. Weil unserer Schule großes Interesse zugewendet wurde, wurde aber der erst kürzlich renovierte Teil der ehemaligen Bedienstetenhäuser, auch zu Privatenzimmern gemacht. Von dort hatte man auch eine gute Aussicht, aber es fehlte eben das Schlossfeeling.
Außerdem genannten gehörte zu unser Schule auch noch ein Park. Kein normaler langweiliger Park, wo nur Grass wuchs, sonder eher ein Wald. Aber schließlich endete der Park auch in einen Wald, da war so was nur logisch. Der Park war ca. einen Kilometer lang. Auf der einen Seite war das Geländer, schließlich befand sich der Park am Abhang und auf der anderen Seite war eine Felswand. Meine Freundinnen und ich hielten uns oft dort auf, schließlich gab es da so vieles zu betrachten: die Lavendelaussicht und die Bärenhöhle und der Sandhügel und der Schlangenbaum und die Kletterfelswand und...
„Paula, wir sind da! Aufstehen! Oder willst du nicht in die Schule“, rief mein Dad mich aus meinen Gedanken zurück. „Quatsch. Du weißt doch ich liebe diese Schule“, antwortete ich mit einen Lächeln. Dann stieg ich aus. Ich sah den Berg hinab auf das Schloss. Vom Fußweg her, kamen eine Gruppe von Schülern. Ich erkannte einen von Bennos Gefolgsleuten: Leo L!!!
Leo gehörte mit zu der „Gang“ meines Bruders und hieß eigentlich Leonhard, doch er möchte den Namen nicht, auch wenn er perfekt zu ihn passte. Deshalb nannten ihn alle Leo. Leonhard heißt soviel wie Stark, anmutig und Löwe. Passte wie der Nagel auf den Kopf! Leo war einbisschen pummelig, aber Löwenstark. Er liebte am meisten sich selbst und das um was ich ihn beneidete war, das er sich so annehmen konnte wie er war. Das er pummelig wirkte, war ihn total egal. Er liebte sich eben und deshalb war er auch ganz schön eitel. Seine kurzen blonden Haare waren immer und überall gegellt!
Ich drehte mich um. Gustav hatte freundlicherweise mein Gepäck schon ausgeladen. Ich bedankte mich bei ihm, um es danach zu nehmen. Im Gegensatz zu meinen Bruder hatte ich nicht viel zu schleppen. Lediglich meinen Koffer und meine Schultasche. Benno dagegen schleppte vier Koffer und zwei Rucksäcke mit. Das hatte natürlich seinen Vorteil, nämlich das einer seiner Kumpels immer auf ihn wartete um ihm beim Gepäck zu helfen. Es war ja nicht so, das mir mein Koffer und meine Schultasche zu schwer wären, aber es wäre schön, wenn ich auch ein Begrüßungskommando haben würde. Weil es in diesen Moment wieder so aussah, das ich allein im Schloss eintrudeln würde, nahm ich mein Gepäck um los zugehen während Benno mit Leo flüsterte.
„Schatz, willst du mir nicht Aufwiedersehen sagen“, fragte mein Dad. Ich lächelte und ließ mein Gepäck fallen, um ihn zu umarmen. „Tschüß Paula. Hab viel Spaß. Vielleicht sehen wir uns schon nächsten Monat, du weißt ja, das wir euch nicht jedes Wochenende holen können. Ach und Benno sieht gerade so beschäftig aus. Hier sein Handy, es ist ihm vorhin runter gefallen. Gib es ihm, ja? Bis später dann.“ Nachdem er das gesagt hatte, stieg er in sein Auto und fuhr los. Benno und Gustav hatten ihn schon beim Gepäckausladen verabschiedet. Gustav war mittlerweile schon losgegangen. Deswegen musste ich nur zu Benno schauen, ob er das mit seinen Handy mitgekriegt hatte. Doch so wie es aussah, war er viel zu vertieft in das Gespräch zwischen ihn und Leo. Das war gut, schließlich konnte ich so mit meinen Freundinnen ganz in Ruhe herausfinden was es mit der ganzen Stinkbomben- an- die- Macht- Verarsche auf sich hatte.
Ich stand nun am Anfang des Schlossberges und nahm wieder mein Gepäck. Gerade als ich meinen ersten Schritt Richtung Internat machen wollte, hielt mir jemand die Augen zu. Es dauerte bis folgende Worte zu hören waren: „Kann ich dir helfen?“ Diese Stimme kannte ich. Es war die Stimme von Lotte. Ich drehte mich um und nahm sie in den Arm: „Hallo meine. Na schöne Winterferien gehabt?“ Lotte nickte. „Wunderbare Ferien. Wir waren in der Schweiz Ski fahren wie jedes Jahr und dann besuchten uns meine Großeltern und natürlich haben sich alle über mein tolles Zeugnis gefreut! Ok über die schriftliche Einschätzung nicht unbedingt. Mein Dad meinte: `Lotte! Nimm die Schule ernster und höre auf so viele Scherze mit deinen Freundinnen anderen zu spielen und nimm mehr am Unterricht teil`“ „Das kann ich mir vorstellen. Meine Eltern waren auch nicht so begeistert davon, das meine schriftliche Beurteilung nicht unbedingt nur positiv war. Aber deinen Eltern hattest du wenigstens noch gute Noten vor zu weisen. Ich bin mal wieder nur durchschnitt. Aber immerhin hab ich nicht so schlechte Noten wie Benno. Und im Urlaub hat der mal wieder ein Mädchen nach den anderen angeflirtet. Der geht mir so auf die nerven und dann hatte er es doch noch geschafft mir zu unterstellen, dass ich sein bescheuertes Handy geklaut hätte. So ein Idiot.“ Lotte musste kichern. Das tat sie öfters, besonders wenn ich mich über Benno aufregte. Und wenn man mal vom Teufel spricht, erscheint er gleich. Auf einmal lief nämlich Benno neben Lotte. Kaum lief er da auch schon, schon öffnete er seinen Mund: „Oh heute sind die schönsten Mädchen mal wieder zu erst da! Je früher desto schöner. Lotte hat dir eigentlich schon mal jemand gesagt wie toll deine dunkelblonden Haare aussehen und das du bestimmt Modelmasse hast. Obwohl du mit deinen 1,60meter als Model bestimmt noch zu klein wärst. Aber trotzdem hättest du in meinen Herzen immer platz. Denn die Größe spielt keine Rolle.“ Lotte musste jetzt noch mehr kichern. Ich verdrehte die Augen und murmelte: „Ha, Ha wie witzig.“ Immer dieses Geschleim von Benno. Fast jeden Mädchen schaute er hinterher und machte ihnen Komplimente. Alle fielen darauf rein. Sogar eine meiner Freundinnen war ihm verfallen. Anne meinte ständig so was wie: „Ist er nicht voll süß?“ Das einzige was gut war an dem was er gerade gesagt hatte, war das er Lotte richtig gut beschrieben hatte. Lotte war so eine Art von Mädchen, die Freundinnen nie im Stich lassen würde. Wenn man sie sah, dachte man sie wäre total brav, doch genau das war ihr Vorteil. Sie setzte ihre Unschuldmine auf und alle verzeihten ihr. In ihren Kopf brodelte allerdings schon unser nächster Streich. Lotte war eben einmalig und deswegen war ich stolz drauf sie als Freundin zu haben.

28.6.08 13:27, kommentieren

1.Die Neue(Part3)

„HAU AB. GEH BRAV ZU LEO! LOS!!!!!!!“, schrie ich, wobei ich jedes Wort einzeln betone. Lotte musste immer noch kichern, brachte aber immerhin noch ein paar Worte hervor: „Lass ihn doch. Er ist eben ein Mädchenheld und Mädchenschwarm!“ „Genau. Meinetwegen darf er alle anflirten, nur meine Freundinnen sollte er in Ruhe lassen! Und jetzt hau ab!“ Benno zuckte mit den Schultern, warf Lotte noch eine Kusshand zu und verschwand dann wieder zu Leo. Zum Glück. Was Lotte aber gesagt hatte stimmt. Benno war DER Mädchenschwarm der Schule. Alle himmelten ihn an. Er war ja soooooooo süß. Wenn die wüssten was für ein A… . „… Hörst du mir überhaupt zu?“ „Was denn“, fragte ich Lotte. Sie winkte nur ab, dann gingen wir gemeinsam durch das große Eingangstor. Wir waren da, auf den Hof unserer Schule. Ich schaute mich um und sah das noch Schnee auf den Dächern lag.
Lotte und ich gingen ins Schloss. Dann zwei Treppen rauf und in den Flur nach links gehen, schon standen wir in einen der Mädchenflure. Wir steuerten auf unser Zimmer zu! „Der letzte der an der Tür ist, muss heute Tischdienst machen!“ Kaum hatte Lotte das gesagt, ließ ich meinen Koffer los und rannte zu unseren Zimmer. Lotte und ich waren gleichzeitig da und zusammen stürzten wir zur Tür hinein. Wir mussten lachen. Lotte lief noch mal zurück um meinen Koffer zu holen. Zusammen bezogen wir mein Bett neu und räumen meine Sachen ein. Zufrieden ließen wir uns dann auf mein Bett fallen und kurze Zeit später betrat Anne unser Zimmer. „Na auch schon da“, begrüßte sie uns und umarmte jeden einzeln. „He seit ihr schon den Kindern begegnet?“ „Na klar Anne! Ihr Oberaffe ist …muss mein Bruder sein!“ Anne lachte. „Kann sein. Aber Benno ist so süß!“ „Benno hat vorhin Lotte angeflirtet“, holte ich sie schnell in die Realität, bevor sie wieder von Benno zu träumen anfing. Lotte musste sich das Kichern verkneifen. Anne warf ihre blondierten Haare zurück. Sie wohnte mit in unseren Zimmer und wenn sie das nicht schon seit Anfang an getan hatte, wären wir sicher nie so gute Freundinnen geworden. Anfangs hatte ich echt was gegen sie, weil ich dachte sie wäre eine eitle Zicke oder eine hochnäsige Diva, aber zum Glück stellte sich heraus das sie es nicht war. Jetzt waren wir alle die besten Freundinnen der Welt, wobei noch Maxi fehlte. Anne war ständig verknallt. Leider waren es nicht irgendwelche Stars oder so was. Nein, sie war in irgendwelche Typen unserer Schule verknallt. Momentan war es wieder Benno. Na ja, wir hatten uns daran gewöhnt. In Anne war eigentlich auch immer einer verknallt. Meist der in den sie zu letzt war, doch dann war es ja zu spät, weil sie ja schon in den nächsten war. Anne war dünn und zählte immer Kalorien. Das war richtig nervig und manchmal mussten wir sie zum Essen zwingen. Wenn sie so weiter machen würde wie jetzt, würde sie bald durchsichtig sein.
„Also wollen wir Mittag essen oder ist Madame wieder auf Diät?“, fragte ich. Anne lächelte böse. „Komm Lotte die Fette Kuh lassen wir ihre Diät machen!“, meinte sie und zog Lotte mit. Für einen Augenblick ließen sie mich allein im Zimmer stehen, aber dann steckte Anne ihren Kopf noch mal durch die Tür und sagte: „Komm Paula sonst essen Lotte und ich alles ohne dich!“ Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und schon henkelte ich mich ein, aber erst nach dem ich die Tür zugeschlossen hatte.
Gerade als wir im Erdgeschoss waren und die anderen zwei schon durch die Tür hinaus auf den Hof wollten, hielt ich sie an. „Wartet. Seht mal auf die Terrasse, wer dort sitzt. Wollen wir meinen Bruder und seine Kumpels nicht mal besuchen. Schließlich ist jetzt außer Leo auch noch Elias da“ sagte ich. Lotte und Anne nickten. Dann gingen wir durch eine Tür auf die Terrasse. Im Erdgeschoss gab es nämlich fünf Türen. Eine Tür führte zum Hof, die zweite in einen Flur, wo es zu den „Besucher- Toiletten“ ging. Wenn man durch die dritte ging(die der zweiten direkt gegenüber lag), kam man in einen großen Raum. Es war einer der Räume der Schüler. Hier gab es bequeme Stühle, Sessel und Sofas sowie Tische. Dann konnte man hier zwei Getränkeautomaten und drei Snackautomaten finden. Wenn man dann an der Wand weiter, schaute gab es mehre Schränke, indem man zum Beispiel Spiele finden konnte. Sogar einen Fernseher konnte man hier entdecken. Leider war der immer besetzt von den selbstverliebten Neuntklässlern. Wobei Schade konnte man das auch nicht finden, schließlich konnten wir so nicht in Versuchung kommen unsere wertvolle Freizeit damit zu verschwenden uns irgendwelchen Schrott anzuschauen.
Die vierte und fünfte Tür waren gleich neben der Treppe. Die rechts führte in den Keller und die links auf die Terrasse. Unsere Terrasse war nicht so eine hässliche betonierte Terrasse, sondern eine Terrasse, die mit Grass bewachsen war. Und das war Absicht. So war es viel praktischer, wenn man sich im Sommer mit seiner Decke darauf legte, um die warmen Sonnenstrahlen zu genießen. Außerdem befanden sich in der Schlossmauer kleine Nischen, wo man Sachen abstellen konnte. Normal konnten alle sie benutzen bis auf eine. In der Nische hatte der Hausmeister sein Pflege- und Putzzeug für die Terrasse verstaut. Meist war sie verschlossen, weil sich darin auch ein Wasserhahn befand mit dem sich Schüler gerne Streiche spielten. Heute allerdings war die Nische nicht verschlossen und so waren wir die Schüler, die jemanden ein klein bisschen nass machen wollten.
Kaum betraten wir die Terrasse schon hatte einer von Bennos Kumpels wieder einen dummen Spruch auf den Lippen. „Na ihr Weiber. Neusten Schminkkram besprochen“, rief Leo uns entgegen, „Habt ihr euch auch brav die Haare zu recht gemacht?“ Leo musste lachen. Das er dabei der einzige war, war ihn wahrscheinlich egal. Keiner von uns antwortete etwas auf Leos dumme Sprüche. Ich sah zu den anderen beiden. Anne probierte gelassen zu bleiben und sich nicht anmerken zu lassen, das sie mal wieder in Benno verschossen war. Das konnte sie gut. Bei ihr merkte man es wirklich nicht, wenn sie was von jemanden wollte. Lotte dagegen sah mit Entsetzten zu Benno, Elias und Leo. Natürlich war sie mal wieder besorgt um diese Toilettentieftaucher. Toilettentieftaucher gefällt mir, es war ein richtig passender Name für Benno und sein Gefolge.
„Kommt von der Mauer runter! Wenn ihr da runterfallt dann.… seht ihr nicht wie tief das noch runter geht“, meinte Lotte besorgt. „Ach wäre doch nicht schlimm“, beruhigte ich Lotte, „Ein paar Idioten auf der Welt weniger würden nicht schaden.“ Leo lehnte an der Mauer und neben ihm saßen auf der Mauer Benno und Elias. Während Leo sich noch auslachte, sprangen sie von der Mauer. Benno kam auf mich zu und machte erst ein paar Zentimeter vor meiner Nase halt. Er schaute mich prüfend an und sagte dann zu seinen Kumpels: „Die sind unbewaffnet. Kein Streich also keine Gefahr.“ Benno grinste und ging dann mit Elias wieder zu Leo. Ich schubste Anne an und nicke in Richtung Wasserhahn an dem ein Wasserschlauch hing. Anne nickte als Zeichen, das sie es verstanden hatte. Langsam und unauffällig ging sie rückwärts dahin. Dann mit einen Mal ging alles ganz schnell. Sie drehte sich um und den Wasserhahn auf. Lotte und ich nahmen den Wasserschlauch und spritzten diese TTTs mit Wasser voll. Als die drei pudelnass waren und wir den Hausmeister von hinten kommen hörten, gaben wir Anne ein Zeichen das sie den Wasserhahn wieder zu drehen sollte. Dann rannten wir los. Nicht auf den Hof um dann zur Cafeteria essen zu gehen, sondern in die Mädchentoilette. Dort konnte Benno nicht rein. Zumindest glaubten wir das, denn als wir uns hechelnd an die Tür lehnen, klopfte es von außen. „Ihr dummen Nudeln. Das gibt Rache. Macht die Tür auf, bevor wir sie aufbrechen“, rief Benno. Es folgte kichern und wir wussten, das außer ihm noch mindestens Leo da sein würde. "Das kannst du aber knicken Benno", antwortete ich. Eigentlich war ich mir sicher, das Benno es nicht wagen würde in die Mädchentoilette zu kommen, aber da hatte ich mich wohl geirrt. Denn er und seine Kumpels (ich nahm an das sie Elias sicher nicht allein irgendwo stehen gelassen haben- und diese Vermutung erwies sich noch als richtig) warfen sich gegen die Tür. Wir taten das gleiche auf der anderen Seite. Es wäre wahrscheinlich ewig so weiter gegangen, hatte sich in diesen Moment nicht eine der Kabinentüren geöffnet und Mia, unsere Erzieherin, wäre heraus gekommen. Sie sah uns nur an und vernahm die Geräusche der Anstrengungen der Jungs von der anderen Seite und schon wusste sie was anlag. Sie schüttelte ihren Kopf und wusch sich die Hände, bevor das Machtwort fiel. Sie gab uns ein Handzeichen das wir von der Tür weggehen sollten. Wir befolgten es und keine zwei Sekunden später gab die Tür nach und Benno, Leo sowie Elias fielen herein. Sie schauten Mia an und versuchten ihr Unschuldslächeln aufzusetzen, aber dafür war es schon zu spät. „Raus. Geht ab auf den Hof und wartet da auf mich. Das setzt Strafarbeit! Dali!“ Mit Ende dieser Worte rappelten sie sich auf und rannten den Flur entlang um ja ganz schnell auf den Hof zu sein. Dann wandte sie sich an uns: „Mädchen, welchen Grund hatten die Heeren denn so einfach in das Mädchenklo zu stürzen?“ „Wir haben uns für etwas gerächt“, antwortete ich prompt. „Und für was? Wartet ich will es lieber doch nicht wissen. Wenn ich es weiß, dann würde ich mich nur selbst stressen und dann würde ich Falten mit Ende zwanzig kriegen und meine schönen Haare würden sich vor meinen achtundzwanzigstens Geburtstag noch grau färben. Dann würde ich äußerlich nicht mehr jung wirken und mich schrecklich darüber aufregen und euch den ganzen Tag die Hölle heiß machen. Würdet ihr das wollen?“ Anne und ich verkniffen uns das Lachen. Lotte übernahm die Antwort: „Es würde uns dann schrecklich Leid tun. Und das wir die Jungs so doll geärgert haben, tut uns auch echt Leid.“ Dann setzte Lotte ihre Uns- tut- das- wirklich- sehr- Leid- Mine auf. Mia lächelte: „Ich weiß, aber ich möchte jetzt die Jungs bestrafen und deswegen muss ich euch auch ein bisschen bestrafen. Schließlich habt ihr etwas angestellt für was ich euch früher oder später sowieso bestrafen müsste. Da kommt mir doch eine Idee. Ihr könntet hier mal den Flur wischen und den Fußboden der Mädchentoilette.“ Mia lächelte uns noch mal alle an und dann ging sie, um die Jungs zu bestrafen. „Puh, ein glück gehabt. Das hätte uns schlimmer treffen können. Ein glück das Mia, die große Schwester von Maxi ist“, meinte Anne. Wir grinsten. Nur mal den Flur wischen ist nun wirklich keine Bestrafung. „Für was war das die Rache Aktion?“, fragte Lotte. „Benno hat mir heute morgen einen Eimer Wasser über mich gekippt!“ Dann wollte ich Anne und Lotte erzählen was sonst noch so für Gemeinheiten zwischen mir und Benno in den Ferien abgingen, doch ich schaute in den Flur und wollte Luft holen, als ich erstarrte. „Mädels ich hab noch was vergessen“, sagte Mia. Hatte sie sich eine härtere Strafe ausgedacht?

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1.Die Neue(Part4)

„Ihr bekommt noch jemand ins Zimmer“, verkündete sie uns stolz. Anne und Lotte wechselten Blicke aus. „Und“, hakte ich weiter nach. Mia wandte sich zu mir und grinste frech: „Du liebe Paula, wirst eine Art Patin. Also du wirst sie durchs Schloss führen und ihr helfen sich hier einzugewöhnen.“ „Wieso ich?“ „Weil du hier eigentlich ansehen genießt. Niemand hat was gegen dich hat außer die Gruppe deines Bruders vielleicht. Ach und weil sie den Eindruck macht, das sie eure Gruppe zu einer netten Truppe von lieben Mädchen macht, könnte es dir nicht schaden einbisschen Zeit mit ihr zu verbringen. Also viel Spaß beim Wischen. Ich gehe dann mal und Paula! Ich will keine Klagen von ihr über dich hören. Ist das klar? Ciao.“ Ich schaute zu Anne und Lotte. “Komm schon. Das ist echt keine richtige Strafe“, wollte mich Lotte trösten. Wenn sie wüsste wie Recht sie hatte. In diesen Augenblick war es für mich keine Strafe, sondern das Ende der Welt. Seit wir auf diese Schule gingen, wohnten wir auf einen vierer Zimmer zu dritt. Es war cool und so hatten wir in den Zimmer auch irgendwie immer Platz. Und für unsere vierte im Bunde, Maxi, war das freie Bett immer als Besucherbett frei. Maxi wohnte hier im Dorf und blieb öfters mal über Nacht hier, was eigentlich unerlaubt war. Doch nun war unsere Gemütlichkeit vorbei. Ich hasste das Mädchen jetzt schon. Wir vier waren genug und meiner Meinung nach hatte sie nichts zu suchen in unseren Reich.
Während wir den Flur wischten, ließ ich meine ganze Wut über die Neue daran aus, über Benno herzuziehen und den beiden zu berichten was in meinen Ferien so los war. Doch irgendwann reichte es mir nicht mehr aus, Benno zu beschimpfen und deswegen wischte ich immer und immer wieder über das selbe Stück Fußboden. Anne und Lotte standen ein wenig hilflos daneben und überlegten wie sie mich von hundertachzig wieder auf normal bringen konnten.
„Hör mal Paula, wenn du willst dann kann ich auch dein Patinamt übernehmen. Mia wird es eh nicht erfahren“, sagte Anne. Ich schaute die beiden an. „Es geht mir doch nicht darum. Das würde ich echt gerne machen, wenn sie in einen anderen Zimmer wohnen würde. Es wäre echt egal und selbst wenn sie mit Benno zusammen kommen würde und genauso schrecklich wäre wie er, würde ich sie echt immer noch mehr leiden können als in diesen Augenblick. Sie kommt in unserer Zimmer und schläft in unseren Besucherbett. Es gibt uns nicht mehr wenn sie die ganze Zeit in unseren Zimmer hockt.“ Lotte antworte: „Paula, wie wäre es, wenn wir sie um manipulieren, so das sie eine von uns wird?“ „Quatsch. Wir sind vier und dabei bleibt es. Basta und jetzt reden wir nicht mehr darüber.“ Ein Schweigen folgte. Es war ein schreckliches Schweigen, weil ich mich durch meine Worte irgendwie abreagiert hatte, aber nicht so einfach nachgeben wollte und jetzt nicht mehr sauer sein wollte. Ich hang zwischen der Entscheidung. Und dann knurrte auch noch mein Magen ganz laut in den leisen Flur. Anne schaute mich an und grinste. „Ich würde sagen, wir gehen jetzt essen. Sauberer kann der Fußboden eh nicht werden“, sagte Lotte und auch ihr Magen knurrte. Jetzt musste mein grimmiger Gesichtsausdruck einen Grinsen weichen. Lotte schaffte das Putzzeug weg und Anne meinte: „Ihr könnt was essen, ich hab keinen Hunger.“ „Ich sag doch: Sie ist schon wieder auf Diät“, stellte ich fest und der restliche Weg zum Speisesaal wurde eine Verfolgungsjagd.
Gerade hatte sich meine Laune verbessert, da fing sie schon wieder an schlechter zu werden. Wir saßen gerade an unseren Tisch und aßen die leckeren Nudeln, als Benno, Leo und Elias in Begleitung eines Mädchens den Speisesaal betraten. Das Mädchen war in etwa so groß wie ich und schlank. Ihre schulterlangen Haare waren blond. Sie lächelte auf dem ganzen Gesicht und was mir an ihr auffiel, war das sie Augen hatte, die irgendetwas besonderes an sich hatten.
Sie erzählte irgendwas und die Jungs lachten. Dann holten sie sich ihr Essen und Elias zeigte auf uns. Die Wege der Jungs und des Mädchens trennten sich. Die Jungs steuerten einen Tisch an der zwar weit von uns entfernt war, sie aber trotzdem noch mithören konnten was wir sagten. Das Mädchen aber kam zu uns. „Hi. Ich bin Ena, die Neue. Darf ich mich setzten“, fragte sie höflich. „Klar doch“, sagte Lotte. „Aua“, rief Anne und rieb sich ihr Bein. Ich wollte Lotte noch untern Tisch treffen, aber statt ihr traf ich Anne. Aber mal ehrlich, war es nicht einbisschen gemein das Lotte sie an unseren Tisch einlud, wo ich sie doch nicht leiden konnte?
„Ich bin Charlotte, doch alle nennen mich Lotte“, stellte Lotte sich vor. „Und ich heiße Anne und mich nennen alle Anne“, erklärte Anne freundlich. Ich hätte die Augen verdrehen können, doch so unhöflich wollte ich meinen Freundinnen zu liebe nicht sein. Ena schaute mich an. Schnell stopfte ich mir eine Portion Nudeln rein um nicht antworten zu müssen. Anne trat mir unter den Tisch vors Bein als Zeichen das meine Nummer gerade nicht sehr nett war. Sie tat es so heftig das ich die Nudeln wieder auf den Teller spucken musste. „Autsch“, sagte ich empört. Dann antwortete ich widerwillig auf Enas Blick. „Ich bin...“ „Paula“, unterbrach mich Ena. Was war denn das für eine? „Man sieht das du Bennos Schwester bist. Ihr seht euch ähnlich.“ Danke für das Kompliment. Ich meine, hatte sie nicht mehr alle? Mir zu unterstellen, das ich diesen verlausten Affen ähnlich sehe.
„Woher weißt du ihren Namen“, fragte Anne interessiert. „Na ja die Jungs hatten mir als wir hier rein kamen gerade was von euch erzählt. Von Paula hat Benno ganz besonders geschwärmt. Ich glaub der ist wegen einer Sache ganz schön sauer auf dich und damit meine ich nicht das mit den Gartenschlauch.“ Das war mal wieder typisch Toilettentieftaucher Nummer 1. Benno musste allen seine Lebensgeschichte auf den Leib drücken. Wahrscheinlich hatte er Ena das mit den Handy von heute morgen erzählt oder seine Lieblingsgeschichte. Nämlich die Geschichte, wo ich ihn an unserem dritten Geburtstag das letzte Stück Kuchen weg aß.
„Erzähl doch mal was von dir“, ermunterte Lotte Ena zum Sprechen. Ena zuckte mit den Schultern und sagte: „Da gibt es nicht viel. Ich bin Ena und werde in Zukunft mit euch ein Zimmer teilen. Falls es irgendwas interessantes an mir gib, werdet ihr es sicher noch rausfinden.“ Ok, damit hatte sie uns doch eindeutig gesagt, das wir sie in Ruhe lassen sollen oder? Ich nahm es zumindest als Aufforderung an uns zu verdrücken und deswegen sagte ich: „Na dann noch viel Spaß mit den Jungs!“ Ena schaute überhaupt nicht erschrocken oder gekränkt. Nein, sie blieb sehr gelassen und meinte: „Werden wir bestimmt haben, wenn ich Max wiedersehe. Ich hoffe es wird euch nichts ausmachen, wenn ich nachher hoch aufs Zimmer gehe und mein Zeug einräume.“ Lotte schüttelte gerade den Kopf und wollte etwas erwidern als ich aufstand und den beiden mit meinen Blick zu verstehen gab, das sie mitkommen sollten. Ich weiß, das sie es ungern taten, aber sie folgten mir. Keine von uns hatte es geschafft ihr Mittagsessen auf zu essen oder zumindest soviel zu essen das wir keinen Hunger mehr hatten. Trotzdem warfen wir das leckere Essen weg und gingen nach draußen. Es redete keiner. Wir liefen erst mal hoch in unser Zimmer. Und als wir die Tür aufmachten, sagte schließlich Anne was: „Sie ist nett.“ „Nett“, fragte ich, „Nett?“ Lotte schüttelte den Kopf. „Das stimmt aber. Obwohl ich der Meinung bin, dass sie gut zu uns passen würde. Ich meine, sie wirkte nicht arrogant oder wie eine Zicke. Außerdem war es so als gehörte sie schon zu uns. Und sie ließ sich nicht anmerken, dass du absolut unfair zu ihr warst. Gibt ihr eine Chance.“ „Quark. Schaut sie euch doch mal an. Spaß werden wir haben, wenn ich Max wiedersehe. Sie wird bestimmt gerade zur Feindin gemacht von den Jungs.“ „Jetzt geht deine Fantasie mit dir durch. Wenn das deine einzige Sorge ist, dann machen wir sie eben zur Freundin. Zu einer von uns“, meinte Anne. „Da haben aber Maxi und ich noch ein Wörtchen mitzureden“, murmelte ich leise vor mich hin. Im Zimmer warf ich mich auf mein Bett und starrte die Decke an. Anne und Lotte wollten den mittlerweile besetzten vierten Schrank ausräumen, damit Ena ihre Sachen hinein legen konnte. In diesen Zimmer war eine TTT freie Zone. Das heiß nichts anderes als das, dass Betreten von Benno und seinen Untertanen strengstens verboten war. Ich tippte darauf, das spätestens morgen, wenn nicht schon heute Abend, einer von denen hier rum hüpfen würde.

28.6.08 13:27, kommentieren

2. Maxis Problem(Part1)

Kennt ihr das? Ihr seit sauer wegen irgendwas, dann legt ihr euch hin, denkt eine Weile nach und irgendwann seit ihr nicht mehr sauer. Oder zumindest seit ihr nicht mehr ganz so sauer. So ging es mir, doch ich wollte einfach nicht so leicht nachgeben. Ich wollte hart bleiben. Aber dann klingelte nach einer Weile mein Handy. Ich nahm ab: „Ja?“ „Hi Paula, ich bin es Maxi. Wieso hast du denn schlechte Laune?“ „Maxi, wie geht’s?“ „Gut, ich wollte euch fragen ob wir uns an der Lavendelaussicht treffen wollen, jetzt gleich.“ „Na klar geht in Ordnung!“ Ich legte auf. Anne und Lotte unterbrachen ihre Tätigkeit. „Was ist denn mit dir passiert. DU kannst ja wieder lächeln“, erkundigte Anne sich. „Wir treffen Maxi, jetzt gleich“, antwortete ich fröhlich. Lotte schaute abwechselnd zum Schrank und zu mir. Dann meinte sie: „Worauf warten wir dann noch?“ Kaum gesagt schnappten wir uns unsere Sachen, schließlich war es draußen noch Winter. Wir liefen die Treppe runter und dann raus auf den Hof. Da blieb ich erst mal stehen und sah Ena mit den drei Jungs auf der Bank sitzen. Echt schade das noch zwei Mitglieder der TTTs fehlten, sonst hätten sie Ena gleich als Ehrenmitglied aufnehmen können.
„Mensch Paula komm. Es wird schon alles gut, das wirst du sehen. Sie wird unsere Freundin, da wette ich mit dir. Mit Anne hattest du am Anfang auch dieselben Probleme. Sie war doch genauso wie Ena. Gib ihr eine Chance sich zu beweisen.“
„Na ja vielleicht ist sie ja nicht so schlimm, Lotte. Aber wir nehmen sie nicht auf. Eher geh ich. Sie versteht sich immerhin mit Benno! Und ich glaube, das er sie mag.“
„Davon redet keiner Paula. Und viele andere Mädchen der Schule verstehen sich auch mit Benno und es gibt viele die ihn mögen. Er ist eben nicht ganz so schlecht wie du glaubst!“
„Siehst du, Paula. Anne ist in deinen Bruder verknallt!“
„Gar nicht wahr Lotte! Na warte dafür kitzle ich dich durch!“
„Dazu solltest du mich erst mal fangen.“ Und schon rannte Lotte los und Anne und ich rasten hinterher. Und der Wind der in mein Gesicht peitschte, peitschte auch die eigentlich sinnlose Wut auf Ena aus mir heraus. Wir rannten eine Weile durch den Schlosspark. Am Anfang war der Weg richtig schmal, aber je weiter wir hinein kamen desto breiter wurde der Weg. Als wir dann an der Kletterfelswand vorbei rannten, fiel Lotte über eine herausragende Baumwurzel. Da Anne sehr nah hinter Lotte lief, sah sie die Wurzel auch nicht und fiel genauso hin. Und zu guter letzt kam ich. Ich fiel auch hin, obwohl ich früh genug stoppte, weil ich die Wurzel gesehen hatte. Wir mussten Lachen. Ich richtete mich auch und Anne kitzelte Lotte durch bis sie um Gnade fehlte.
„Darf ich mit machen“, fragte uns eine wohl bekannte Stimme. Es war Maxis Stimme. Maxi ist die Letzte von unserer Gruppe. Maxi wohnte nicht mit im Internat, weil sie hier auf den Dorf lebte. Früher gingen Lotte und Maxi zusammen in den Kindergarten. Sie war die größte von uns und normal von der Figur her. Sie selber war mit sich zufrieden. Anne meinte zwar immer sie hätte ein paar Speckröllchen, aber Maxi erwiderte dann immer lieber einbisschen zuviel als zu dünn und todessüchtig. Lotte und Maxi sagten immer Todessüchtig zu Magersucht, weil eine ihrer ehemaligen Kindergartenerzieherin an Magersucht gestorben war. Außerdem ist Maxi relativ gut in der Schule. In Sport sogar die Beste des Jahrgangs. Besser als alle Jungs. Maxi hat grüne Augen. Aber nicht irgendwelche. Nein! Sie hatte giftgrüne Augen und Maxi sprühte nur so von Energie. Und sie hatte so dunkelbraune Haare das es schon wieder Schwarz war.
Anne unterbrach Lottes Bestrafung um Maxi als erste zu umarmen. Lotte und ich folgten danach mit unserer Begrüßung. „He wenn wir schon mal hier sind, können wir doch noch gleich hier bleiben, oder“, fragte Maxi. „Wie wäre es, wenn wir uns in eine der ganz kleinen Höhlen, der Kletterfelswand setzen“, schlug ich vor. Die anderen waren einverstanden und wir gingen zu einer Stelle, wo man mehr hoch laufen als Klettern musste, um in so eine Höhle zu kommen. Natürlich waren sie nicht sehr groß, aber davor war immer Platz. Maxi holte aus den Rucksack, den sie mit hatte, eine Decke und wir setzten uns drauf. Dann nahm sie noch eine Plätzchendose heraus und wir langten zu. Schließlich waren wir noch immer hungrig vom Mittag essen, was ich unterbrochen hatte. „Danke Maxi, du bist echt unsere Rettung. Weil Paula nicht mit Ena essen wollte, mussten wir unser Mittag essen wegwerfen“, erzählte Anne. „Ihr habt Ena kennen gelernt? Sie ist nett, nicht wahr?“ „Du kennst sie“, platzte es aus mir heraus. „Ja klar. Sie wohnte mal hier. Wir sind richtig gute Freundinnen, trotz der Tatsache das sie seit einen Jahr nicht mehr hier wohnt. Aber Ena ist echt total in Ordnung. Stellt euch vor, obwohl sie eine Stunde von hier entfernt wohnt, geht sie immer noch auf ihre Schule hier. Sie lebt nämlich unter der Woche bei ihren Großeltern, damit das klappt. Wir sehen uns manchmal noch.“ „Wieso hast du uns nie von ihr erzählt“, fragte Lotte. „Na weil... weil wir uns auch nicht so oft sehen und es zu kompliziert geworden wäre. Wenn wir vier unsere Ferien nicht zusammen verbrachten, dann war ich mit ihr unterwegs. Ihr hättet auch nicht viel von ihr mitbekommen und deswegen wäre es sinnlos gewesen. Außerdem wäre sich dann Paula vernachlässig von mir vorgekommen.“ Wir waren baff. Ich fand als erstes meine Sprache wieder. „Und wieso bist du dann nicht ihre Patin.“ Maxi lächelte: „Weil... ich wollte das wir sie zu uns aufnehmen. Wenn ich ihre Patin geworden wäre, dann wäre ich nicht in der Schule da, um mich um sie zu kümmern. So bist du da. Ich hab Mia gebeten dich zu wählen, weil du so am besten damit fertig werden würdest, das ihr jetzt vier in einen Zimmer seit.“ „Aber gerade das kann ich nicht an ihr leiden und die Tatsache, das sie jetzt in deinen Bett schläft, macht es auch nicht besser. Außerdem was ist, wenn sie doch ganz anders ist und nicht so wie du glaubst. Sie hängt mit Benno rum.“ Maxi grinste: „Das überrascht mich nicht. So ist sie eben, aber ich dachte trotzdem das wir aus uns vieren fünf machen können.“ Ich fasste es nicht, was Maxi da redete. Irgendwie fühlte ich mich Übergangen. Auch wenn bei uns alles Demokratisch ging. War doch meistens ich, die Entscheidung fällte und nun hatte man über meinen Kopf hinweg entschieden. Ich war sprachlos.
„Eine Frage: Ena meinte, dass sie sich auf Max freute. Was hat sie mit ihm zu tun“, fragte Anne. Maxi zuckte mit den Schultern: „So genau weiß ich das auch nicht, nur das Max und Ena sich von früher kennen. Habt ihr euch nie gefragt, wieso Max manchmal Nachmittags unauffindbar war? Ich tippe mal drauf, das er Ena besuchte.“ „Wieso ging sie dann nicht gleich auf unsere Schule“, fragte Lotte. „Das frag ich mich auch schon. Ihr Bruder hat letztes Jahr Abi hier gemacht. Aber ich glaub Enas Eltern wollten ihre einzigste Tochter nicht auch noch aufs Internat schicken. Doch mittlerweile müssen sie es begriffen haben, das Ena hier gerne wäre und deswegen haben sie ihre Meinung geändert.“ Lotte und Anne nickten um zu zeigen, dass sie es verstanden hatten und nicht weiter fragen wollten. Die drei schauten mich an. „Ich bin absolut nicht damit einverstanden. Ich mag sie trotzdem nicht.“ Lotte lachte: „Das hast du auch mal über Anne gesagt. Aber lassen wir das Thema mal.“ Ich verdrehte meine Augen. „Ich wollte euch noch was erzählen. Also Benno hat in den Ferien...“ Dann erzählte ich erst mal was Benno und ich in den Ferien so gemacht haben. Zum Schluss dann das mit Elias`s Sms. Als ich fertig erzählt hatte, sagten Anne und Lotte wie aus einen Mund: „Aber du schreibst doch gar kein Tagebuch.“ „Ich weiß, aber Bennos Gehirn funktioniert mal wieder nicht. Er bildet sich wohl ein, dass ich so was mache.“ „Aber was wollen die dann in deinen nicht vorhandenen Tagebuch entdecken“, fragte Maxi. „Puh. Da muss ich passen. Frag mich was leichteres. Aber wartet. Dad hat mir doch vorhin Bennos Handy gegeben. Dort drinnen werden wir bestimmt die Lösung finden.“ Dann holte ich Bennos Handy heraus. Wir vier mussten grinsen. Man hätte so vieles mit Bennos Handy anstellen können. Doch wir wollten nur die Sms lesen. Als ich es heraus holte, musste ich leider feststellen das es aus war. Ich musste einbisschen überlegen wie sein Pin war. Benno war ein TTT also nicht sehr schlau. Es musste also eine Zahlenkombination sein, die leicht zu merken war. Trotzdem war nicht zu vergessen das er es geschafft hatte auf dieses Gymnasium zu gehen. Ich musste ihn also einbisschen wissen zu trauen. „Ich hab es. 98765432 ist sein Pin“, sagte ich und tippte ihn auch gleich ein. Tatsächlich 98765432 war sein Pin. „Lasst uns mal nach schauen was Benno so für Sms preis gibt“, meinte Anne grinsend. Ich wette, sie war ganz wild drauf zu lesen was die anderen Mädchen Benno so schrieben.
„Na amüsiert ihr euch auch schön mit meinen Handy“, fragte plötzlich Benno. Wieso musste er auch immer in den unpassenden Momenten auftauchen. „Schwirr ab“, sagte Maxi. „Das ist sein Handy“, erwiderte Leo, der zusammen mit Elias hinter Benno stand. Ich ließ sein Handy in meine Hosentasche gleiten. Maxi stieg langsam von der Höhle hinunter. Dann folgten ihr Anne und Lotte. Benno grinste: „Klappt doch. Wieso nicht gleich so? Jetzt fehlst nur noch du. Du gibst mir mein Handy und ich lass euch laufen. Deal?“ Ich lachte. Maxi entfernte sich immer weiter weg von Benno. Lotte und Anne stellten sich so in den Weg das Leo und Elias nicht zu Maxi konnten. Benno verdrehte die Augen. „Komm schon Paula, gib mir mein Handy wieder. Bitte.“ Ich blickte zu Maxi. Sie nickte. Jetzt war der richtige Moment. Ich holte blitzschnell das Handy aus meiner Tasche und warf es zu Maxi. Maxi fing es und rannte los. Benno brauchte einige Sekunden um zu raffen was gerade passiert war. In dieser Zeit nutzten Anne und Lotte ihre Chance und rannten Maxi hinterher. Benno checkte dann wieder was passiert war und befahl Elias aufzupassen, das ich nicht abhaue während Leo und er sein Handy zurück holen wollten.

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2. Maxis Problem(Part2)

Wir blieben eine Weile so wie wir waren. Ich oben bei der Höhle und Elias unten am Fuße. „Soll ich dir runter helfen“, fragt Elias. Ich schüttelte meinen Kopf und klettere allein runter. „Und willst du mich jetzt als Geisel halten“, erkundigte ich mich. „Quatsch. Ich meine du kannst gehen, wenn du willst.“ Das lies ich mir nicht zwei mal sagen und lief los. Ich hielt erst wieder an als ich auf der letzte Treppe vor unseren Mädchenflur stand. Ich schaute vorsichtig in den Mädchenflur. Benno und Leo klopften wie wild an die Tür. Ich versteckte mich hinter einen Stück Wand was in den Flur ragte. Dann hörte ich wie Benno und Leo verstummten. Eine Tür ging auf und dann schloss sie sich wieder. Kurz darauf hörte ich die Rufe von Benno und Leo wieder. Ein Mädchen ging an mir vorbei. Nein, nicht irgendein Mädchen, sondern Ena. Ich war erleichtert als ich sie sah. Schließlich musste das heißen, dass sie nicht auf Bennos Seite war, sonst hätte sie die Tür für die zwei geöffnet. Ich ließ einen ganz leisen Freudenschrei aus. Leider war er nicht ganz leise wie ich gedacht hatte. Ena drehte sich um. Erst sah sie mir in die Augen, dann schaute sie zu Benno und Leo um dann auf mich zu zugehen meine Hand zu nehmen und mich mit zu zerren. Als wir im Erdgeschoss waren ließ sie mich los. „Was machst du denn hier“, fragte Ena verwundert. Dumme Frage von ihr. Was soll ich hier denn machen? „Elias hat mich gehen lassen. Ich wollte gerade zu euch“, antwortete ich ganz gelassen. „Also: Die anderen wollten die Sms lesen bloß waren keine mehr im Postein- oder Ausgang. Na ja dann haben sie sein Handy auf Russisch noch umgestellt und Anne wollte unbedingt ihre Nummer einspeichern. Jetzt sollte ich gerade zu dir und Elias, um zu verhandeln.“ „Und wieso du?“ „Ist doch total klar. Das ich das Handy habe, checken die Typen doch nicht.“ Da musste ich ihr Recht geben. Doch da hörte es auch schon auf. Was viel der denn ein, sich einfach so in unsere Angelegenheiten einzumischen? „Dann kannst du mir das Handy geben und ich regele die Angelegenheit.“ Ena gab mir das Handy und ich ging mit ihm ohne mich bei Ena zu bedanken. Ich lief los. Wohin ich genau hin lief, wusste ich nicht. Ich ließ mich einfach von meinen Beinen tragen. Und dann war ich da. Ich stand vor Elias, der sich immer noch dort befand wo ich ihn verlassen hatte. „Zu mir kommen alle zurück“, empfing er mich. Ich atmete tief ein und dann fing ich an zu erzählen: „Noch so ein Spruch und ich bin samt dem Handy wieder weg. Hier ist Bennos Handy. Wir haben nichts damit angestellt, zumindest fast nichts. Auf jeden Fall haben wir keine Sms gelesen.“ Ich hielt Elias Bennos Handy hin. Er nahm es in die Hand. „Aber du. Du hast meine Sms von heute morgen gelesen. Stimmts?“ Ich nickte schuldbewusst. Elias winkte ab. „Ist schon in Ordnung. War sowieso eine Sinnlose Aktion. Danke für das Handy.“ Ich grinste und Elias lächelte zurück. Dann drehte ich mich um und wollte gehen, aber Elias hielt mich auf. „Hast du mein Handynummer eigentlich?“ „Wieso“, fragte ich verdutzt. „Na damit... wenn du... also... ähm... sollte ich dir nicht schreiben falls Benno sich nicht umstimmen lässt und trotzdem an dein Tagebuch will.“ Ich nickte und Elias gab mir seine Nummer. Und auf einmal machte sich in meinen Magen so ein warmes Gefühl wie, wenn man Tee trinkt, breit. Es war angenehm und brachte mich zum Grinsen. „Was wolltet ihr eigentlich in meinen Tagebuch nachlesen was du so dringend wissen wolltest?“ Elias schaute ich mich einen Moment sprachlos an. Ich sah ihm in seine Augen. Plötzlich veränderte sich Elias Blick. Er schaute mich so an, wie er es bisher nur ein einziges Mal getan, hatte. Als er es das erste Mal gemacht hatte, sahen wir uns zum ersten Mal. Damals war ich neun oder zehn gewesen und wusste diesen Blick noch nicht zu zuordnen. Doch heute wusste ich es. Wenn Elias jetzt seinen Mund öffnen würde, würde er etwas aussprechen was sich nicht ändern ließ, etwas was alles hier verändern würde und so weit sollte es nicht kommen. Er war nur ein Freund und nicht mehr. Das Teegefühl verschwand. Dafür kam etwas anderes: die Angst. Die Angst vordem was er als nächstes sagen würde. Ich schaute ihn noch mal an und dann lief ich los.
„Paula, wo warst du denn wir haben dich gesucht“, holte mich Lotte aus meinen Gedanken zurück. Ich verspürte Lust ihr zu erzählen was im Park mit Elias vorgefallen war, aber ließ es dann doch. Schließlich würde das ja nur bedeuten, das es für mich eine große Bedeutung haben würde und das tat es nicht. Es ging schließlich nur um Elias. Mein Teegefühl machte sich in meinen Magen breit. Kam es wegen Elias? Ich dachte daran was ich im Park gefühlt hatte: nämlich nichts. Das Teegefühl verschwand genauso plötzlich, wie es gekommen war.
„Na komm lass uns zu den anderen gehen oder willst lieber alleine gelassen werden?“ „Nein lieber nicht. Wo sind sie denn?“ Lotte lächelte. „Sie sind auf der Terrasse." Dann gingen Lotte und ich zur Terrasse. „Haben wir gewonnen“, fragte ich die anderen als erstes. „Ich weiß nicht, aber Benno und Leo sind weggegangen“, antwortete Anne. Wir grinsten. Ganz sicher hieß es für uns das wir gewonnen hatten. Benno war kein Typ, der aufgibt, aber diesmal musste er es machen.
Eine Weile grinsten wir uns an, aber dann fiel mir auf das Maxi vielleicht äußerlich lächelte, aber in ihren Blick konnte man erkennen, das sie irgendetwas beschäftigte. "Maxi", fragte ich vorsichtig, „Was ist denn los?“ Maxi seufzte: „Ich wollte es euch eigentlich erst später sagen. Wir haben gerade Spaß und jetzt gleich muss ich euch die Laune verderben. Aber ich kann nicht mehr warten es euch zu sagen. Sorry.“ Wir schauten Maxi gespannt an. In ihrer Stimme klang die Traurigkeit ganz deutlich heraus.
„Ich hab ein Problem! Ich will nicht nerven, aber ich glaube das könnte euch interessieren. Ich weiß nicht wieso, aber meine Eltern streiten nur noch. Das haben sie noch nie gemacht. Wieso sie sich streiten wollen sie mir auch nicht erzählen. Es ist ja normal das man sich ab und zu streitet, aber nicht den ganzen Tag. Ich halt es nicht mehr zu Hause aus. Mir vergeht zu hause schon das Essen. Ich wollt euch nur fragen ob ich bei euch im Zimmer pennen kann. Ich weiß das Ena zwar im Bett liegt, aber zuhause halte ich es nicht mehr aus. Das Beste wäre ich schlafe im Schlafsack.“ Am Ende ihres Vortrags ist Maxi den Tränen nah. „Ich hab mir letzte Nacht die Augen ausgeheult. Ich kann nicht mehr! Bitte“, fehlte sie. „Ist doch klar das du immer bei uns schlafen kannst. Du wirst heute Nacht bei uns schlafen und wenn wir dazu Ena ins Jungszimmer schleifen müssten, dann würde ich es höchstpersönlich machen. Und wie du weißt würde ich mich lieber lebendig begraben lassen als auch nur einen Schritt in das Zimmer von Benno zu tun“, sagte ich. Maxi lachte und ihre Tränen verschwanden. Sie würde heute Nacht in unseren Zimmer schafen. Das waren wir ihr als beste Freundinnen schuldig.
Und gerade hatte Maxi sich beruhigt, da erschien schon ein TTT. „Na ihr. Ich soll euch eine Nachricht von Benno überbringen“, sagte Max. Max gehörte auch zu Benno und so wie es aussah war er auch schon da. Obwohl Max nicht der größte war, war er der frechste der ganzen Schule. Das hatte ihn schon oft Nachsitzen bereitet, trotz der Tatsache das er erst seit diesem Schuljahr auf unsere Schule ging. Zu Max könnte man ganze Bücher verfassen. Er war ein einmaliges Phänomen. Seine braunen Haare waren kurz, aber trotzdem konnte man seine Locken sehen. Außer sie waren mal wieder unter einer seiner Rappermützen versteckt. Das fanden wahrscheinlich ziemlich viele Mädchen gut, denn er war Mädchenheld No2 an unserer Schule. Was ich an Max gut fand, war die Tatsache, das er Benno ganz schön oft verarschte. Und Max war der einzigste der das auch dürfte. Wenn die anderen es versuchten, wurde Benno fuchsteufelswild. Max war einfach lustig, verarschte sich öfters selbst und konnte auch über sich lachen. Eigentlich kam jeder mit ihm gut aus, aber in diesen Moment war er mir absolut unsympathisch. „Du störst. Verzieh dich. Merkst du nicht, das wir beschäftig sind“, sagte ich. Doch das war ein Fehler. Max genoss jedes meiner Worte: „Ist klar das ihr euch lieber selber gegenseitig schminkt als eine wichtige Nachricht zu empfangen.“ Anne verdrehte die Augen: „Verschwinde. Du nervst.“ Max grinste: „Also Benno lässt euch ausrichten, das ihr gewonnen habt. In Zukunft wird er, Entschuldigung wir werden euch in Ruhe lassen. Allerdings nur unter einer Bedingung.“ Max legte eine Kunstpause ein, um sich an unseren Gesichtern zu ergötzen. „Und“, fragte Lotte, als ihr die Kunstpause zu lange ging. Max grinste noch mal: „Die erfahrt ihr, wenn ihr heute Nacht Punkt Mitternacht in unseren Zimmer seit.“ „Vergiss es“, platzte es aus mir heraus. Nie in meinen Leben würde ich da hineingehen. „Seht ihr anderen das genauso“, bohrte Max nach. „Nein, wir werden da sein, keine Panik. Und jetzt mach eine Fliege“, setzte sich Maxi gegen meine Ablehnung hinweg. Max suchte noch in Annes und Lottes Gesichter nach Annehmung dieser Aussage. Nachdem er sie gefunden hatte, schaute er mir ins Gesicht. Ich wusste was sein Blick heißen sollte. Er bedeute soviel wie: „Nimm es gelassen. Du hast eben nichts mehr zu sagen.“ Ich hätte ihn den Hals umdrehen können. Doch Max drehte sich schon um, um zu gehen. „Anne, gibt mal bitte deinen LP.“ Anne holte ihren knallroten Lippenstift aus der Hosentasche und gab ihn mir. „Max, bleib mal bitte stehen. Wir haben auch eine Nachricht für euch.“ Max drehte sich um und ich hielt ihn mit einer Hand fest. Mit der anderen Hand malte ich ihn „Loser“ über sein Gesicht. „Was war das“, fragte Max begeistert. „Nichts, nur eine Nachricht... keine Angst es steht dir.“ Max schaute noch ein wenig verdutzt aus, fing sich dann aber wieder und ging. Ich sah ihm hinterher und bemerkte etwas, was mich zum Lachen brachte. Ich zeigte es den anderen, worauf Anne erbarmen walten ließ und Max hinterher rief: „He Max, wenn du schon anfängst deine Hose in den Kniekehlen zu tragen, dann würde ich wenigstens T-Shirts tragen, die auch so lang sind. Und übrigens hübsche Herzchenunterhose.“ Max lief rot an. So rot, dass man die Lippenstiftnachricht nicht mehr von den seinen Gesicht unterscheiden konnte. Wir mussten uns vor Lachen fast kugeln.
Als wir uns wieder beruhig hatten, schlug Maxi vor in das ein Kilometer entfernte Nachbardorf zu gehen. Dort gab es fünf sehr kleine Läden zum einkaufen, eine Gaststätte und eine preisgekrönte Eisdiele. Wir waren einverstanden bis auf eine kleine Tatsache nämlich die, das wir Ena mitnehmen sollten. Ok ich war die einzigste, die dagegen war.

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2. Maxis Problem(Part3)

„Wenn du sie nicht fragst ob sie mit will, dann tu ich das“, meinte Maxi. „Ich mach es ja schon“, antwortete ich genervt. Mit diesen Worten setzten wir uns in Bewegung. Wir wollten Ena suchen, damit ich sie dann fragen konnte ob sie mit will. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich hoffte, das wir Ena nicht finden würden oder wenn doch, dass sie keine Lust hätte mitzukommen. Doch wir fanden sie. Sie kam uns auf dem Weg zu unseren Zimmer entgegen. „Hi“, sagte sie und wollte weiter gehen. „Warte“, rief ich ihr zu. Sie drehte sich um. Ena blickte uns an. In ihren Blick lag etwas seltsames. Ihr Gesicht lächelte zwar, aber ich sah ihr in die Augen. Ihre Augen sagten mir etwas wie: „Ich hab euch doch schon genug gestört. Lasst mich einfach allein sein.“ Als sie mitbekam das ich es erkannte, schaute sie aus dem Fenster. „Wir wollten dich fragen, ob du mit ins Eiscafe kommst. Nicht das oben am Schlossberg, sondern das andere.“ Ena antwortete nicht sofort, dann sagte sie: „Wollt ihr das wirklich oder ist das nur eine Wohltätigkeit.“ Die Frage ging an mich, dass wusste ich. Trotzdem antwortete Maxi: „Ja klar wollen wir das. Sonst hätten wir dich doch nicht gefragt, oder?“ „Sicher? Ich will euch nicht als Last anfallen.“ „Sicher“, antworte ich auf Enas Frage. Die anderen schauten mich verwundert an. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass ich nachgeben würde.
„Haben wir dir eigentlich schon erzählt, das wir es Ena zu verdanken haben, das Leo und Benno von unserer Tür abgezogen sind“, fragte Anne. Wir saßen an unseren Stammtisch im Eiscafe. Lustiger Weiße hatten wir alle fünf Cafe Latte bestellt.
„Echt“, fragte ich verwundert nach. Das hatte mir keiner erzählt. Ich schaute zu Ena, die gerade einen großen Schluck von ihren Latte nahm. „Echt. Das hättest du mal hören sollen wie Ena, das gemacht hatte.“ Ena lief Rot an. „Quatsch. Ich wette Paula hätte es hundert mal besser gemacht“, antwortete sie darauf. „Sei doch nicht so bescheiden“, sagte Maxi. Lotte stimmt zu einen Tost an: „Auf das coolste zweite Halbjahr aller Zeiten.“ Und wir alle stießen unsere Tassen aneinander. Maxi machte das mit soviel Energie, das etwas ihres Lattes überschwappte. Der warme Cafe landete auf meiner Hand, wobei ich fast die Tasse fallen ließ. In letzter Sekunde hielt ich sie dann doch fest und wir mussten kichern. Eigentlich war nichts gegen Ena aus zusetzten. Wie Maxi gesagt hatte, würde sie perfekt zu uns passen. Trotzdem gab es immer noch etwas in mir was gegen sie war. Vielleicht war es die Tatsache, das Maxi und Ena von ihren zusammen Erlebten erzählten und ich mich irgendwie ausgeschlossen fühlte. Ena war nett, doch wenn sie mit zu uns gehören würde, dann wären wir fünf und das würde bedeuten, das sich eine wie das fünfte Rad am Wagen fühlen würde. Ok, wir waren beste Freundinnen und niemand würde verletzt werden, wenn man es so sieht. Es war bloß so, das jeder von eine in der Gruppe hatte, der sie mehr Geheimnisse erzählte als den anderen. Oder zumindest Geheimnisse erst ihr anvertraute, bevor sie den anderen mitteilte. Und wenn wir in der Schule mal zweier oder vierer Gruppen bilden müssten, dann würde eine übrig bleiben. Anne und Lotte waren wie Zwillinge und Maxi und Ena machten in diesen Augenblick, den gleichen Eindruck. Dann würde ich meine Stellung verlieren und ich wäre, das fünfte Rad am Wagen während Ena langsam und gemütlich mir meine besten Freundinnen wegschnappte.
„Maxi, müssen wir nicht noch dein Zeug holen. Maxi will schließlich nachher bei uns übernachten“, unterbrach ich gerade eine Geschichte von Ena und Maxi. „Aber dafür ist doch noch Zeit“, stöhnte Maxi, „Paula, lass uns erst mal zu Ende erzählen. Ok? Dann reden wir darüber.“ Ich schaute Maxi an. War es wirklich meine Maxi? Meine Maxi, die sich von mir abwendete? Ich konnte es nicht fassen. Die Feindliche Übernahme von Ena hatte anscheinend schon begonnen.
„Ich gehe mal aufs Klo. Will jemand mit“, fragte ich in die Runde. Ich brauchte jemand, der mir zu hörte. Doch keiner meiner Freundinnen machte Anstalten mir zu folgen. Ich schaute noch einmal in die Runde und dann ging ich- allein. Als in der Toilette war, beugte ich mich übers Waschbecken. Ich ließ ein bisschen Wasser einlaufen um es mir dann ins Gesicht zu spritzen. Ena musste weg. Wenn meine Freundinnen es nicht merkten, dann musste ich sie alleine von unserer Gruppe weglocken. Ich wettete, das sie im Zickenzimmer fiel besser aufgehoben war. Und wenn ich es geschafft hatte sie dort unterzubringen, dann würde ich auch nichts mehr gegen sie haben. Doch wie konnte ich das nur anstellen? Ich wusste es einfach nicht. Wahrscheinlich war es besser ich würde wieder raus gehen. Und das tat ich auch. Ich ging wieder zu unseren Tisch, wo Anne und Lotte ein paar unserer erlebten Sachen erzählten. Ich setzte mich hin und hörte zu.
Auf einmal tippte mich jemand an. Ich drehte mich erwartungsvoll um, denn Anne, Lotte, Ena und Maxi redeten nun schon seit geschlagenen 15 Minuten über unsere vergangenen Erlebnisse und weil mich das einfach nur noch total aufregt, hatte ich beschlossen, einfach gar nicht mehr zu zuhören. Ich drehte mich also gespannt um und sah.....Gustav! Den hatte ich nun echt überhaupt nicht erwartet, aber wo er mich schon mal aus meiner Langeweile gerettet hatte, konnte ich ja jetzt auch mit ihm sprechen, aber das machte er schon von ganz allein: „Kannst du mir mal 5 Euro leihen? Bitte, bitte!“ Dann bemerkte ich, dass er hier gerade mit Tom(Max großen Stiefbruder) herein geschneit gekommen war. Diese Gelegenheit nutzte ich natürlich und gab ich ihm die 5 Euro nicht gleich. Stattdessen flüsterte ich ihm zu: „Hey, seit wann hängst DU denn mit Tom rum?“ „Na, weil ich und Tom Kumpel sind und jetzt gib mir das Geld, was mir zusteht.“ „Und seit wann seit IHR Kumpel?“ „Seit wann bist du so neugierig?“ „Seit heute Vormittag um 11!“, sagte ich langsam genervt. „Ja, aber was war denn heute Vormittag um 11Uhr so Schlimmes?“ „Wieso bist du denn auf einmal sooo neugierig?“ Gustav sah mich böse an und sagte schließlich: „Leihst du mir das Geld oder nicht?“ „Wenn ich es spätestens morgen wieder bekomme, kannst du es sogar schon jetzt sofort haben“, sagte ich grinsend und gab ihm das Geld. Er nahm es, machte aber keine anstalten sich zu bewegen. "Ist noch was", fragte ich. Gustav schüttelte den Kopf und verzog sich in eine der hintersten Ecken. "Tschau Ena. Mädels", sagte Tom, bevor er sich zu Gustav setzte. Ich wittmete meine Aufmerksamkeit, auch wenn ich wegen Tom einbisschen verwundert war, wieder unserer netten und sehr interessanten Gesprächsrunde, doch meine Freundinnen und Ena schauten mich verwundert an. „Was hat denn dein Bruder mit meinem Ex zu tun?“, fragte Anne. Mich wunderte es nicht, das Anne nach ihren Exfreund fragte. Am Anfang dieses Schuljahres waren Tom und Anne ein Paar gewesen. Doch irgendwann verliebte Anne sich in jemand anderes und sie trennte sich von ihm. Seitdem prügelte er sich öfters mit den Jungs, die in Anne verliebt waren. Dazu fiel mir Benno ein. So sehr ich ihn auch nicht leiden konnte, ich wünschte ihm keine Prügelei mit Tom.
„Das wusste er auch nicht so genau...er war zu neugierig“, beantwortete ich die Frage, die ich auch Gustav gestellt hatte. „Lasst uns gehen“, sagte Maxi, die großzügiger Weise die Rechnung bezahlte.
Am Schlossberg trennten sich unsere und Enas Wege. Ena ging „leider“ zurück ins Internat, weil sie meinte das es besser wäre, wenn wir Zeit für uns hätten. Wir vier aber gingen zu Maxi, ihre Sachen holen. Zusammen bogen wir in eine neugemachte Straße. Überall wurden wir von Hunden angebellt. Nur an einem Haus konnte man vorbei gehen ohne angebellt zu werden. Es war das Haus indem Maxi und ihre Familie wohnte. Maxis Familie besaß zwar keine Hunde, aber dafür einen wunderschönen Vorgarten. Wie oft waren wir hier. Wie oft war alles friedlich und ruhig. Doch nun sollte alles vorbei sein. Einst war es eine heile Familienwelt, doch nun war sie zerbrochen.
Wir standen zwar draußen vor dem Haus, doch trotzdem konnte man ihre Eltern streiten hören. Peinlich berührt standen Anne, Lotte und ich vor dem Haus. „Sollen wir nicht lieber draußen warten“, fragte Lotte. Maxi schüttelte den Kopf. „Ihr müsst mit kommen. Alleine schaffe ich das nicht.“ Wir folgten Maxi ins Haus. Schon in der Tür konnte man deutlich ihren Streit ihrer Eltern Wort für Wort mitverfolgen. Sie stritten übers Geld. Maxi winkte uns schnell hoch in ihr Zimmer. Dort drinnen bekamen wir unterschiedliche Aufgaben, damit es schneller ging. Anne musste in den Keller, um Schlafsack und Luftmatratze zu holen. Lotte sollte ins Bad gehen, um Maxis Waschzeug zusammen zu packen. Und ich sollte bei ihr bleiben. Irgendwie war es klar das jemand bei ihr bleiben musste unter diesen Umständen. Das es gerade ich war, zeigte mir das ich doch nicht so überflüssig war. „Kannst du mir mal bitte meinem roten Schlafanzug und meine Kuschelsocken geben“, fragte Maxi. Ich ging zu ihrem Schrank und holte ihren Schlafanzug. „Wie lange streiten sich deine Eltern eigentlich schon“, fragte ich sie, obwohl ich es im nächste Augenblick schon wieder bereute. „Seit Ende November“, erwiderte sie traurig. Als sie es sagte, konnte sie mich nicht anschauen. Ich konnte sie echt verstehen. Wer lacht schon, wenn seine eigene Familie von einem Tag zum anderen einfach so zerbricht? Eigentlich hätte ich mir die nächste Frage verkneifen sollen, doch ich wollte es unbedingt wissen. „Warum hast du es nicht wenigstens mir früher erzählt?“ Doch Maxi packte weiter verbissen ihre Schultasche und tat so, als hätte sie es überhöhrt. Ich wollte eigentlich noch mal fragen, doch in diesem Moment verstummten die Stimmen ihrer Eltern. „Maxi? Bist du da“, rief ihre Mutter von unten aus dem Wohnzimmer. Maxi ging zur Treppe und antwortete: „Ich schlafe wieder in der Schule.“ „Ist in Ordnung, mein Schatz. Bis morgen dann.“ Mit diesem Worten ging sie wieder ins Wohnzimmer, um mit ihren Mann weiter zu streiten. Maxi kam zurück ins Zimmer. „Also ich hab alles. Lass uns ins Internat gehen.“ Ich nickte. Dann gingen wir nach unten , wo Anne und Lotta schon auf uns warteten. Wir wollten gerade losgehen, als wir Geschirr zerbrechen hörten. Maxi ließ ihr Zeug fallen und rannte ins Wohnzimmer. „Ihr streitet den ganzen Tag! Ihr merkt doch überhaupt nicht mehr, dass es mich noch gibt!! Ihr seit echt bescheuert. Immer diese Kinderrein. Es macht mich fertig, zu sehen wie ihr euch jedes Mal bekriegt. Euern Streit tu ich mir nicht mehr an. Ich hasse euch. Ich hasse euch dafür. Ich hasse euch für alles was ihr mir angetan habt! Spart euch eure Lügen. Die kann ich nicht mehr hören. ICH HASSE EUCH.“ Damit nahm sie die teure Obstschale samt der Kokosnuss aus dem Supermarkt und schleuderte sie durch das riesige Wohnzimmerfenster! Wir hörten die Glasscheibe zersplittern. Dann stürmte Maxi an uns vorbei. Sie rannte durch die Haustür und hörte nicht auf zu laufen. Wir sahen uns ratlos an. Kurz entschlossen rannte Lotte ihr hinterher. Maxis Eltern fingen wieder an zu streiten. „Boah die regen mich auf. Eltern lassen sich immer über uns Kinder aus: Was wir besser machen könnten und wie wir uns zu verhalten haben, aber sie selbst können nicht mal die einfachsten Dinge ruhig angehen“, schrie ich. Anne schaute mich schockiert an und flüsterte: „Musste das denn gerade jetzt raus?“ Mir wurde klar, dass Maxis Eltern es auch gehört haben mussten. Ihre Eltern kamen aus dem Wohnzimmer. Für kurze Zeit war Stille zwischen Maxis Eltern. Dann führten sie ihr Wortgefecht weiter.

28.6.08 13:29, kommentieren